© Heinz Wagner

Privatsphäre
09/27/2011

Facebook bestätigt Tracking nach dem Ausloggen

Das soziale Netzwerk gab am Montag zu, dass es Nutzer auch nach dem Auslogg-Prozess über Cookies weiterverfolgt. Dies diene zur Vermeidung von Spam und Phishing-Versuchen, heißt es zur Verteidigung. Nutzer sollen Facebook vertrauen, die Daten würden angeblich "rasch" wieder gelöscht, so ein Technik-Leiter beim Netzwerk.

Selbst nach dem Ausloggen bei Facebook spioniert das Netzwerk seinen Nutzern hinterher. Jede Seite, die über einen "Gefällt mir"- oder "Teilen"-Knopf verfügt, erkennt trotz eines vorherigen Log-Outs die eindeutig identifizierbare Account-ID. Darauf machte der Blogger Nik Cubrilovic am Wochenende aufmerksam (die futurezone

).

Facebook bestätigte am Montag gegenüber dem „Wall Street Journal“ offiziell, dass die Daten tatsächlich gesammelt werden. Sie werden allerdings rasch wieder gelöscht, heißt es. Der Vorgang sei zudem notwendig, weil der „Gefällt Mir“-Knopf nur auf diese Art und Weise funktioniert.

"Daten wieder wegwerfen"
„Die Bürde liegt bei uns, die Daten zu nehmen und wieder wegzuwerfen“, so Arturo Bejar, Leiter der Technik-Abteilung bei Facebook. Man werde nun versuchen, einen anderen Weg zu finden, der diese Sammlung von Daten über Cookies verhindere, aber das werde „eine Weile dauern“.

Laut Bejar hat das Sammeln von Informationen nach dem Ausloggen von Nutzern allerdings auch einen Sinn. Auf diesem Weg können Spam und Phishing-Attacken erfolgreich verhindert werden. Nutzer müssten sich dadurch nicht jedes Mal, wenn sie sich einloggen, auf einem bereits bekannten Rechner neu identifizieren. Ein Facebook-Sprecher betonte zudem, dass die Daten nicht dazu verwendet werden, zielgerichtete Werbungen zu schalten.

Doch kann man Facebook wirklich noch vertrauen? Die Gewährleistung der Privatsphäre der Nutzer wurde ja auch in der Vergangenheit nicht gerade groß geschrieben.

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