Digital Life 14.11.2012

Facebook-Hoax: AGB-Widerspruch ist sinnlos

© Bild: Robert Galbraight/reuters

Seit einigen Tagen kursiert auf Facebook ein neuer Hoax. Darin geht es um eine Widerspruchsmöglichkeit für eine kommerziellen Nutzung der eigenen Daten aufgrund neuer AGB. Obwohl bereits viele Nutzer darauf hinweisen, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt, verbreitet sich diese in Form von Statusmeldungen dennoch rasant weiter.

„Aufgrund der neuen AGB in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung." Diese Meldung wird seit einigen Tagen von zahlreichen Facebook-Nutzern als Statusmeldung veröffentlicht und weiterverbreitet. Die Meldung ist jedoch aus mehrfachen Gründen nicht korrekt.

Warum die Meldung falsch ist
Zu allererst gab es seit Juni 2012 keine Änderung der AGB von Facebook mehr. In der damaligen Änderung der AGB war von keiner Widerspruchserklärung die Rede. Zweitens bleibt das Urheberrecht für von Nutzern hochgeladenen Fotos immer beim Nutzer, sofern dieser das Urheberrecht für die Fotos besitzt und diese nicht einfach "aus dem Internet genommen" hat (was bei Facebook sicherlich auch das ein oder andere Mal vorkommt).

Facebook sichert sich in seinen AGB lediglich die Rechte an den hochgeladenen Bildern, um diese auf diversen Devices (z.B. PC, iPhone, Android-Smartphone, etc.) darstellen zu können. Drittens ist es rechtlich unmöglich AGB durch das Veröffentlichen von Status-Updates zu entkräften. Persönliche Änderungen sind nicht möglich.

Wie anwalt.de schreibt, ist die Statusmeldung mit der Widerspruchsmöglichkeit "viel Lärm um nichts". Es sei allerdings als Signal an Facebook zu verstehen, dass es immer noch zu wenig Aufklärungsarbeit in Sachen Urheberrecht und Datenschutz gebe und die Verunsicherung der Nutzer nach wie vor groß sei, so anwalt.de. Dies zeigt sich auch dadurch, dass sich die Hoax-Statusmeldung trotz zahlreicher aufklärerischer entgegengesetzten Veröffentlichungen dennoch seit Tagen wacker hält.

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( futurezone ) Erstellt am 14.11.2012