Digital Life
05.01.2015

Facebook löscht Seite wegen Michelangelos nacktem Adam

Zur Bewerbung eines neuen Buches wurde auf Facebook die leicht veränderte Version eines Michelangelo-Gemäldes verwendet. Facebook sah darin zu viel Nacktheit.

"Die Schöpfung des Adam" ist eines der berühmtesten Kunstwerke des italienischen Künstlers Michelangelo. Das 1510 in der sixtinischen Kapelle in Rom fertiggestellte Bild zeigt Gott, der den biblischen ersten Menschen mit ausgestrecktem Arm als sein Ebenbild erschafft. Der Verlag OLONA Edition verwendete für das Cover des Buches "Psalm 1" von Eckehard Bamberger eine leicht abgewandelte Version dieses Bildes - Adam (mit etwas zu kleinem Kopf) sieht dabei den Betrachter statt Gott an.

Die Illustration wurde auch für eine Facebook-Seite zur Bewerbung des Buches verwendet, fiel jedoch der Zensur zum Opfer. Die Begründung des Social Networks, warum die Facebook-Seite gelöscht wurde: Das Bild sei übermäßig sexualisiert. Den genauen Wortlaut der Facebook-Reaktion findet man auf der Psalm-1-Homepage.

Kunst vs. Pornografie

Das Phänomen, dass künstlerische Darstellungen, die Nacktheit beinhalten, von Facebook abgelehnt werden, besteht schon lange. Das Social Network bemüht sich in den meisten Fällen um Kompromisslösungen, die Problematik besteht aber weiterhin. Viele Beobachter werfen Facebook deshalb US-typische Prüderie vor.