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Web Summit

Facebook plant Drohnen gegen Internetzensur

Man werde das Internet per Drohne in den schlecht oder gar nicht ans Netz angebundenen Regionen der Welt auch gegen den Widerstand totalitärer Regimes oder islamistischer Gruppen anbieten, sagte Facebook-Technikchef Mike Schroepfer der Tageszeitung „Die Welt“. „Diejenigen, die Zugang zum Netz haben wollen, sind meist deutlich in der Überzahl gegenüber denjenigen, die das ablehnen“, sagte Schroepfer auf dem Web Summit in Dublin.

Gleiches Ziel wie Google

Das Online-Netzwerk verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte Facebook im vergangenen Jahr den britischen Drohnen-Entwickler Ascenta. Google setzt in einem ähnlichen Projekt ebenfalls auf Drohnen - aber auch auf riesige Ballons mit Antennen. Hunderte Millionen neue Internet-Nutzer dürften auch den Online-Riesen mehr Geschäft bringen.

Facebook will hochfliegende autonome Drohnen verwenden, die störungsresistent per Laser kommunizieren. „Wir haben Lösungen für ein Laser-Kommunikationssystem gefunden, dass zehnmal mehr Bandbreite hat als alles, was wir auf dem freien Markt kaufen könnten“, sagte Schroepfer der „Welt“. Das finales Ziel von Facebook sei, den Nutzern den vollen Zugang zum Internet zu geben.

Keine HD-Videos

„Solange das Angebot für die Nutzer kostenlos ist, ist es ökonomisch noch unmöglich, sie etwa HD-Videos sehen zu lassen - das ist ein Kompromiss zwischen finanziellen Grenzen und dem finalen Ziel.“ Das Angebot werde nicht auf Facebook-Dienste limitiert sein. „Nutzer haben aktuell auch Zugang zu Wikipedia, zur Internetsuche und zu lokalen Diensten.“

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