Digital Life
09/25/2015

Facebook-User halten Politiker-Profile für unglaubwürdig

Facebook-Seiten von Politikern werden zwar von vielen Österreichern verfolgt, deren Inhalte glauben aber die wenigsten. Dennoch haben sie einen Einfluss auf Wahlen.

Eine Mehrheit von 59 Prozent unter den Facebook-Usern hält Politiker- oder Parteien-Profile für nicht glaubwürdig. Dennoch denken 52 Prozent, dass politische Veröffentlichungen und Diskussionen Wahlen stark beeinflussen. Selbst mit einem Politiker befreundet sind 18 Prozent, Männer und Ältere deutlich häufiger als Frauen und Jüngere, so das am Freitag präsentierte Ergebnis einer IMAS-Umfrage.

Kaum gelesen und geglaubt

Die Meinungsforscher befragten im Juli und August 1.006 Österreicher über 16 Jahre. 35 Prozent davon sind bei Facebook, mit dieser 353 Personen umfassenden Gruppe arbeitete IMAS dann weiter. 30 Prozent der Facebook-User verfolgen häufig die Einträge von Experten, Bloggern und anderen Privatpersonen. Jene von Politikern werden nur von 21 Prozent gelesen, die von Journalisten und Gastkommentatoren lediglich von 17 Prozent.

Was die Glaubwürdigkeit von Politiker- und Parteienprofilen angeht, so denken nur 28 Prozent, dass diese glaubwürdig sind und zu den jeweiligen Akteuren passen. 58 Prozent meinen das nicht und zwölf Prozent sind sich nicht sicher. Über-60-Jährige sind deutlich öfter (38 Prozent) mit Politikern befreundet als die 16- bis 34-Jährigen (14 Prozent) oder die mittlere Altersstufe (20 Prozent). Städter sind häufiger "Friends" als Landbewohner, Personen mit Migrationshintergrund eher als solche ohne.

Shitstorm: Jeder Fünfte macht mit

37 Prozent haben schon einmal einen "Shitstorm" miterlebt, 18 Prozent davon sogar selbst daran teilgenommen. 39 Prozent der Facebook-User halten eine derartige Flut von Beschimpfungen im Netz für geeignet, persönlichen Ärger über Firmen oder Parteien zu äußern. Ebenso viele glauben, dass "Shitstorms" auf Facebook meist von Privatpersonen herbeigeführt werden, einfach so entstehen und schwer zu kontrollieren sind. 31 Prozent denken, dass sie von bestimmten Organisationen oder Gruppierungen gezielt angezettelt werden.