Digital Life
09.07.2012

Fake-User verteidigen "Österreich"-Artikel

Das umstrittene Ranking der faulsten heimischen Politiker sorgte naturgemäß auch auf der Facebook-Seite von oe24.at für Diskussionen. Einige besonders eifrige "Österreich"-Verteidiger entpuppten sich allerdings als wahrscheinliche Fake-Accounts, wie Screenshots zeigen, die der futurezone aus ÖVP-Kreisen zugespielt wurden.

Nachdem die Tageszeitung "Österreich" ein umstrittenes Ranking über Österreichs faulste Politiker auf ihrer Webseite veröffentlichte, gingen zuletzt die Wogen hoch. Stein des Anstoßes: Unter den Top Ten war auch Franz-Joseph Huainigg, Behindertensprecher der ÖVP vertreten. ÖVP-Klubobmann Karheinz Kopf empörte sich über das "tiefe" Vorgehen von Österreich.

Auf Facebook wurde daraufhin kräftig über den Artikel diskutiert. Einige der Pro-"Österreich"-Vertreter bei den Postings zeigen bei näherer Betrachtung jedoch eine etwas zweifelhafte Identität. Denn bei den Profilbildern dieser Nutzer handelt es sich teilweise um Stock Images von Webseiten, die Symbolbilder verkaufen. Andere Profilbilder stammen offenbar beliebigen Webseiten, etwa einer Photoshop-Tutorial-Seite. Der futurezone wurden Beispiele dazu übermittelt.

Screenshots der vermeintlichen Fake-Accounts

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oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

oe24.at Facebook-Seite Posting Fake-Poster Verdacht faule Politiker Diskussion. Österreich. Fellner.

Fake-Profile in innenpolitischer Diskussion

Die Benutzung von Stock Images als Profilbildern nährt den Verdacht, dass es sich bei einigen Personen, die die ÖVP in ihren Postings attackierten, um Fake-Nutzer handelt - also real nicht existente Personen.

Fake-Nutzer waren in der österreichischen Innenpolitik zuletzt beim Start von Bundeskanzler Werner Faymanns Facebook-Auftritt ein

. Damals tauchten besonders linientreue Poster im Social Network auf, die weder Freunde noch Profilbilder auf Facebook vorweisen konnten. Die SPÖ dementierte den Einsatz von Fake-Profilen zur Stimmungsmache allerdings.

Artikel entfernt

Ob es sich bei den Pro-"Österreich"-Postern um Fake Accounts handelte und diese gar von dem Medium selbst in Auftrag gegeben wurde, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. Auf der Facebook-Seite von oe24.at finden sich die Postings mittlerweile jedenfalls nicht mehr. Auch der ursprüngliche Artikel über Österreichs faulste Politiker wurde kurz danach entfernt. Ein Innenpolitik-Redakteur von oe24.at sprach auf Twitter davon, der Artikel sei "peinlich" und "durchgerutscht".

Huainigg, der an einer schweren Behinderung leidet, hat teilweise Probleme beim Sprechen. Er lud in einer Reaktion am Freitag "Österreich"-Chef Wolfgang Fellner dazu ein, einmal einen Tag mit ihm zu verbringen.

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