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Fall EMI: Investor verlangt Schadenersatz

Das Ringen um die Zukunft des angeschlagenen britischen Musikkonzerns EMI geht weiter: Der vor einem New Yorker Gericht unterlegene Finanzinvestor Terra Firma ist am Dienstag (Ortszeit) in Berufung gegangen. Er verlangt von der US-Großbank Citigroup einen milliardenschweren Schadenersatz. Im Dezember hatte das Gericht in Manhattan die Klage abgewiesen.

Milliardenschwere Verluste

Die Citigroup hatte Terra Firma vor drei Jahren bei der Übernahme von EMI beraten, der musikalischen Heimat von Künstlern wie Coldplay und Katy Perry. Der Finanzinvestor fühlt sich von der Citigroup übers Ohr gehauen: Die Bank habe vorgegaukelt, es gebe einen weiteren Interessenten. Tatsächlich war Terra Firma der einzige Bieter und blätterte am Ende 4,2 Milliarden Pfund (aktuell 5 Mrd. Euro) für EMI hin.

Das Geschäft erwies sich als Desaster: Die Plattenfirma häufte massive Verluste an, der Finanzinvestor musste mehrfach Geld zuschießen, damit EMI seine Schulden bezahlen konnte. Brisant dabei: Die Citigroup ist gleichzeitig der größte Kreditgeber der Plattenfirma. Kommt EMI den Verpflichtungen nicht nach, droht der Musikkonzern in die Hände der Bank zu fallen. Die Jury hatte im Dezember aber kein Fehlverhalten der Citigroup feststellen können.

EMI hatte in den vergangenen Jahren prominente Künstler verloren, darunter die Gruppe Queen. Das britische Label ist die kleinste der vier großen, weltweit operierenden Plattenfirmen, hinter Universal, Sony und Warner.

Mehr dazu:

EMI verbreitet MP3s via RapidShare

(APA/dpa)

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