Digital Life
12.03.2017

Familie von Roboter-Opfer klagt Firmen

Die Familie einer Technikerin, die von einem Industrieroboter getötet wurde, zieht gegen alle an der Produktion und Installation des Systems beteiligten Firmen vor Gericht.

Die Technikerin Wanda Holbrook führte im Juli 2015 in einer Fabrik in Ionia County im Mittleren Westen der USA Wartungsarbeiten an einem Industrieroboter durch, als einer der ebenfalls an dem Fließband platzierten Roboter plötzlich aktiv wurde, sie mit einem Metallteil am Kopf traf und tödlich verletzte. In einer Klage, die vergangene Woche vor einem Gericht im US-Bundesstaat Michigan eingebracht wurde, zieht die Familie der verunglückten Technikerin nun gegen alle am Bau, der Installation und der Instandhaltung der Roboter beteiligten Firmen vor Gericht, berichtet The Register.

Keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen

Die Angehörigen werfen den Firmen vor, keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen und Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend überprüft zu haben. Es sei zu jeder Zeit technisch möglich gewesen, Sicherheitsvorkehrungen einzubauen, die den Unfall verhindern hätten können, ohne die Funktionen der Roboter zu beeinträchtigen, heißt es in der Klageschrift. Die beklagten Firmen müssten daher Schadenersatz leisten, so die Anwälte der Kläger.

Zunehmende Autonomie

Die Frage, wer verantwortlich ist, wenn ein Mensch durch einen Roboter zu Schaden kommt, könnte mit der zunehmenden Automatisierung und Autonomie von Robotern künftig an Brisanz gewinnen. Ein ebenfalls tödlicher Unfall in einem VW-Werk in Deutschland warf ebenso Fragen nach den Verantwortlichen auf. In der EU werden Regeln für autonome Roboter bereits diskutiert.