Digital Life
09.08.2016

Familie von Uhrenbastler verklagt US-Schule

Der US-Teenager Ahmed Mohammed war zu Unrecht des Bombenbaus beschuldigt worden und wurde in Handschellen abgeführt. Sein Familie fordert nun Schadenersatz.

Durch das Vorgehen der Schule gegen den damals 14-jährigen Muslim Ahmed Mohammed seien dessen Bürgerrechte verletzt worden, erklärte am Montag die Anwältin der Familie, Susan Hutchison. Eine Entschädigungssumme wird in der Klage nicht genannt.

Bis heute habe die Familie von der MacArthur-High School in Irving im Bundesstaat Texas keine Entschuldigung erhalten, sagte Hutchison. Auch sei die frühere Forderung der Familie nach einer Entschädigung in Gesamthöhe von 15 Millionen Dollar (13,5 Millionen Euro) zurückgewiesen worden.

Weltweites Aufsehen

Der Fall hatte für weltweites Aufsehen gesorgt. Ahmed, ein Sohn sudanesischer Einwanderer, hatte Mitte September einen selbst gebauten Wecker mit in die Schule gebracht. Statt jedoch dafür gelobt zu werden, wurde er von der Polizei in Handschellen abgeführt. Ein Lehrer hatte den Wecker für eine Bombe gehalten.

Zunächst musste sich Ahmed wegen des Baus einer Bombenattrappe verantworten. Nach seiner Freilassung wurde dann ein dreitägiges Schulverbot gegen ihn verhängt. Ein Foto des Teenagers in Handschellen verbreitete sich rasch im Internet, Ahmeds Schule und der Polizei wurden Islamfeindlichkeit vorgeworfen.

Nachdem der Vorfall publik wurde, erhielt Ahmed zahlreiche Einladungen großer Unternehmen - und sogar vom Weißen Haus. Er nahm dort an einer Nacht der Astronomie teil. Dennoch zog er mit seiner Familie nach Katar, wo er eine Privatschule besucht. Derzeit hält er sich jedoch zu Besuch in Texas auf.

„Es ist der Hass, der haften bleibt“

Ahmed sagte am Montag, nach dem Vorfall habe er zwar anfänglich viel Unterstützung bekommen, „doch es ist der Hass, der haften bleibt“. Seine Kreativität sei ihm seither verlorengegangen. Früher habe es ihm Spaß gemacht, Sachen zusammenzubauen.

Der Teenager berichtete auch, dass er während seines Besuchs in seiner früheren texanischen Heimatstadt einen Kapuzenpulli, Brille und Hut trage, um nicht erkannt zu werden. Er fürchte um seine Sicherheit. In Katar sei es dagegen egal, „welche Religion man hat“. Alle würden gleich behandelt.