Digital Life
09.12.2013

Filmindustrie treibt Schadenersatz künstlich in die Höhe

Die offiziellen Strafen werden laut Megaupload-Gründer Kim Dotcom später deutlich reduziert und sollen lediglich als Abschreckung dienen.

Hinter den zeitweise unfassbar hohen Strafzahlungen von Filesharing-Diensten an die Filmindustrie könnte Berichten zufolge deutlich weniger stehen als angenommen. Laut Megaupload- und Mega-Gründer Kim Dotcom handle es sich bei den hohen Strafen lediglich um „PR-Zahlen“, die tatsächliche Geldstrafe sei deutlich niedriger. Der Filmverband MPAA, der in den meisten Verfahren als Kläger auftritt, schließt laut Dotcom mit vielen dieser Unternehmen eine Vereinbarung. Diese besagt, dass sie in einem gewissen Zeitraum, beispielsweise fünf Jahren, keine neue, ähnliche Seite eröffnen dürfen. Im Gegenzug dafür erhalten sie einen massiven Rabatt, teilweise von 90 bis 95 Prozent.

Umstieg in andere Branche

Das erkläre auch, wieso die Gründer der betroffenen Unternehmen auch weiterhin ein normales Leben führen können. TorrentFreak führte unter anderem als Beispiel isoHunt-Betreiber Gary Fung an, der trotz 110 Millionen Dollar-Strafe nun ein Mode-Unternehmen gründete. Es gilt als unwahrscheinlich, dass isoHunt 110 Millionen oder Hotfile 80 Millionen US-Dollar zur Zahlung ihrer Strafen zur Verfügung hatten. Hotfile verkündete erst vergangene Woche eine Einigung und schloss kurz darauf die Webseite. „Die MPAA kann damit an die Öffentlichkeit treten und Presseaussendungen verschicken, in denen die Rede von diesen absurden Strafzahlungen ist. Damit erschrecken sie jeden Betreiber von User Generated Content-Seiten und erhalten für sie geringe Summen an Geld“, meint Dotcom.