Digital Life
18.11.2014

Fitbit-Daten werden erstmals vor Gericht verwendet

In Kanada kommen erstmals von einem Fitness-Tracker erhobene Daten als Beweismittel in einem Gerichtsverfahren zum Einsatz.

Eine Frau aus der kanadischen Stadt Calgary, die bei einem Unfall vor vier Jahren schwere Verletzungen davontrug, hat vor einem Gericht beantragt, von einem Fitness-Tracker erhobene Daten als Beweismittel zuzulassen, berichtet Forbes.

Daten werden analysiert

Die Klägerin will damit nachweisen, dass ihre körperlichen Aktivitäten seit ihrem Unfall stark zurückgegangen seien. Dazu sollen mit dem Fitness-Tracker Fitbit mehrere Monate lang Aktivitätsdaten erhoben werden. Diese sollen aber nicht direkt an das Gericht weitergeleitet werden, sondern davor von der Analyseplattform Vivametrica untersucht und interpretiert werden. Nach Angaben des Anwalts der Klägerin ist dies das erste Mal, dass von Wearables erhobene Daten vor Gericht verwendet werden.

Weitreichende Folgen

Der Fall könnte Türen für die Nutzung solcher Daten vor Gericht aufstoßen, befürchtet Vivametrica-Gründer Rick Hu gegenüber Forbes. Während im konkreten Fall die Daten freiwillig an das Gericht weitergeleitet werden, könnten künftig etwa Versicherungen die Daten direkt von den Anbietern verlangen oder Strafverfolgungsbehörden die Herausgabe von Aktivitätsdaten erzwingen.