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Gesundheit
09/13/2011

Forscher entwickeln Facebook für Darmbakterien

Im Online-Netzwerk My.Microbes wollen deutsche Biochemiker Menschen zusammenbringen, die über eine ähnliche Darmflora verfügen. Neben persönlichen Daten ist für die Teilnahme auch eine Stuhlprobe notwendig.

Das Online Netzwerk My.Microbes soll Menschen mit ähnlicher Magenflora zusammenbringen, damit sie sich zu Ernährung und anderen Gesundheitsthemen austauschen können. Initiator ist das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, Deutschland. Um teilzunehmen, müssen Interessierte eine Reihe an Informationen samt Stuhlprobe an die Forscher senden. Außerdem müssen rund 1.500 Euro bezahlt werden, um die Kosten der mikrobakteriellen Untersuchung abzudecken.

Nach Abschluss der Analyse ist man Mitglied in dem Netzwerk und kann sich mit Menschen austauschen, die ähnliche gastrointernale Beschwerden plagen. Auf der Seite sollen sich die User anschließend gegenseitig Ernährungstipps geben, oder über eventuelle Beschwerden sprechen. Die Forscher erhoffen sich durch das Projekt eine große Datenbank zu Bakterien im menschlichen Verdauungstrakt.

Bereits im Vorfeld haben die Initiatoren festgestellt, dass Verdauungsbeschwerden eng mit der jeweiligen Bakterienflora zusammenhängen. Diese kann auch ein verlässlicher Indikator für Krankheiten sein. Aktuell haben bereits über 130 Menschen Interesse an dem Projekt bekundet, von denen aber noch nicht alle ihre Stuhlproben eingesendet haben. Damit das Projekt ein Erfolg wird, braucht es eine gewisse Anzahl an Teilnehmern. Der Biochemiker und Mitinitiator Peer Bork erklärte gegenüber dem Magazin Nature: „Wie die Mitbewerber von Facebook könnten wir daran scheitern, diese Anzahl zu erreichen“.