Digital Life
13.01.2017

Forscher: Selfies könnten Hackern Fingerabdruck verraten

Wer seine Finger auf einem Selfie zeigt, könnte damit auch seinen Fingerabdruck verraten. Davor warnen nun japanische Sicherheitsforscher.

Sicherheitsforscher des japanischen National Institute of Informatics (NII) warnen, dass aus Fotos Fingerabdrücke extrahiert werden können. Diese Daten könnten in weiterer Folge dazu genutzt werden, um biometrische Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise am Laptop oder Smartphone, zu umgehen. Die einzige Voraussetzung: Die Fotos dürfen aus nicht mehr als drei Meter Entfernung aufgenommen werden und müssen gut beleuchtet sein. Das könnte insbesondere in Japan für Probleme sorgen, da dort die Victory-Geste bei Selfies besonders beliebt ist. Auch in anderen Ländern in Ostasien, unter anderem Südkorea, Taiwan und Hongkong, sind Jugendliche oftmals mit ausgestrecktem Zeige- und Mittelfinger auf Selfies zu sehen.

Dünner Titanoxid-Film zur Abwehr

Die vorläufige Entwarnung: Die Technologie, mit der die Fingerabdrücke automatisch extrahiert werden können, könne frühestens in zwei Jahren entwickelt werden. Die Forscher warnen aber dennoch davor, ein Risiko einzugehen. Man habe zudem einen dünnen, transparenten Film aus Titanoxid entwickelt, der verhindern soll, dass Fingerabdrücke auf diesem Weg ausgelesen werden.

Dass Schlüssel relativ einfach auf Basis von Fotos kopiert werden können, war bekannt. Doch biometrische Daten hatten diesen zweifelhaften Ruf bislang noch nicht. Bisher mussten Fingerabdrücke auf umständlichen Wegen „gestohlen“ werden, wie einst die Fingerabdrücke des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, der diese auf einem Wasserglas hinterließ. Dass Bezahlen per Selfie und per Fingerabdruck nicht sicher ist, haben die Sicherheitsexperten des Chaos Computer Club bereits mehrfach eindrucksvoll bewiesen.