Digital Life 07.07.2016

Frauenpower im Netz: Mit Hashtags für mehr Rechte

© Bild: APA/Orf/Contrast/Kurz

„Nein heißt nein“ für ein strengeres Sexualstrafrecht in Deutschland und „WhatIreallyreallywant“ für mehr Frauenrechte: Zwei Hashtags sorgen im Netz für mehr Bewusstsein.

In Deutschland gilt künftig ein strenges Sexualstrafrecht, in dem das Prinzip „Nein heißt Nein“ festgeschrieben ist. Damit sollen die Rechte der Opfer von Sexualdelikten erheblich gestärkt werden. Der deutsche Bundestag hat das Gesetz am Donnerstag in Berlin in zweiter und dritter Lesung beschlossen.

Damit macht sich bald nicht nur strafbar, wer Sex mit Gewalt oder Gewaltandrohung erzwingt. Es soll vielmehr ausreichen, wenn sich der Täter über den „erkennbaren Willen“ des Opfers hinwegsetzt. In Deutschland hat sich rund um den Slogan „Nein heißt nein“ eine heftige Debatte entwickelt, die auch mit dem Hashtag #neinheißtnein befeuert wurde.

Großer Tag für #neinheißtnein

Ursprünglich sollte der Vergewaltigungsparagraf nämlich nur leicht verändert werden. Doch dann entwickelte sich das Ganze zu einem Grundsatzstreit über das Verhältnis von Frauen und Männern. Dazu trug auch der Fall Gina-Lisa Lohfink bei. Lohfink sagte, sie sei von zwei Männern vergewaltigt worden. In Videoaufnahmen der betreffenden Nacht war zu sehen, wie Lohfink "Nein" sagte und "Hör auf".

Viele Frauen feiern den Beschluss nun mit dem Hashtag „#neinheißtnein“ auf Twitter. „Mehr Schutz für Frauen, Null Toleranz für Täter“, heißt es dazu etwa.

YouTube-Video

Neben der Neuregelung des Sexualstrafrechts in Deutschland gibt es unter #whatireallyreallywant einen weiteren, neuen Hashtag für mehr Frauenrechte. "Wannabe“ war ein berühmter Hit der britischen Girlband Spice Girls.

Youtube sZQ2RUFd54o

Nun gibt es im Netz unter dem Hashtag #WhatIreallyreallywant ein Remake des Wannabe-Videos, das Künstlerinnen aus Indien, Nigeria, Südafrika, Großbritannien, USA und Kanada zeigt, die für mehr Frauenrechte wie etwa Bildung und gleicher Lohn eintreten. Mit an Bord sind dabei auch die Bollywood-Stars Jacqueline Fernandez und das Londoner R&B-Trio M.O.

Ex-Spice-Girl Victoria Beckham hält das Video und die Kampagne für eine „wundervolle Idee“. „Wie toll ist das, nach 20 Jahren Spice Girls damit eine neue Generation zu mehr Girl Power zu ermutigen?“ Hinter dem Video steckt die Organisation „Project Everyone“ rund um Richard Curtis. Die Organisation setzt sich weltweit gegen Armut und Ungleichheit ein. Das Video wurde bereits zum viralen Hit im Netz. Auch auf Twitter hat sich der Hashtag #whatireallyreallywant bereits durchgesetzt.

( futurezone ) Erstellt am 07.07.2016