Digital Life
20.01.2017

Freispruch für Tesla: Autopilot nicht Schuld an Unfall

Nach sechs Monaten ist die Untersuchung des tödlichen Autounfalls eines Tesla mit Autopilot abgeschlossen. Der US-Konzern wird dabei freigesprochen und sogar gelobt.

Die US-Verkehrsaufsicht hat ihre Untersuchung eines tödlichen Unfalls mit einem Tesla-Fahrzeug eingestellt, bei dem der „ Autopilot“ genannte Fahrassistent aktiviert war. Es seien keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Defekte gefunden worden, so dass weitere Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig seien, sagte ein Sprecher der National Highway Traffic Safety Administration am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Bei Teslas Fahrassistenz-Software handele es sich um ein Programm, dass die volle Aufmerksamkeit des Fahrers erfordere. Damit bleibt dem Unternehmen ein befürchteter Rückruf erspart.

Sieben Sekunden

NHTSA-Sprecher Bryan Thomas sagte, bei dem tödlichen Unfall habe „eine Reihe menschlicher Faktoren“ eine Rolle gespielt. So sei die Selbstfahrvorrichtung nicht so angewandt worden wie vorgeschrieben. Thomas kritisierte, dass diese als „ Autopilot“ vermarktet werde. Dies könne Fahrer dazu verleiten, die Leistungsfähigkeit dieser Funktion zu überschätzen. Kritik, die auch in anderen Staaten, unter anderem in Deutschland, geübt wird.

Hingegen müsse klar gemacht werden, dass auch ein auf Selbstfahrfunktion eingestelltes Auto „die andauernde und volle Konzentration des Fahrers“ erfordere. Der Fahrer müsse stets bereit zum aktiven Eingreifen sein, um einen Unfall zu verhindern. Diese Technik müsse „mit Blick auf den unaufmerksamen Fahrer“ weiterentwickelt werden, um Sicherheit zu gewährleisten. Die Untersuchung des tödlichen Unfalls habe ergeben, dass der Fahrer sieben Sekunden Zeit gehabt hätte, um nach Auftauchen des Lkw zu handeln, sagte Behördensprecher Thomas.

40 Prozent weniger Unfälle

Der Unfall, bei dem im Mai 2016 in Florida ein Tesla-Fahrer bei der Kollision mit einem Laster ums Leben gekommen war, hatte eine Diskussion um die Sicherheit autonomer Fahrprogramme ausgelöst. Tesla war unter anderem vom Kraftfahrtbundesamt für die Bezeichnung „Autopilot“ kritisiert worden, die Kunden ein falsches Gefühl der Sicherheit geben könnte. Die US-Verkehrsbehörde schlug sich nun jedoch auf die Seite des Unternehmens und übernahm weitgehend dessen Argumentation, wonach es Aufgabe des Fahrers ist, sich jederzeit an alle Instruktionen und Anleitungen des Herstellers zu halten.

Das dürfte wohl auch daran liegen, dass der "Autopilot" vorwiegend positive Auswirkungen hat. So ergab eine Analyse der Daten, dass die Unfallrate von Tesla-Besitzern nach der Einführung der "Autosteer"-Funktion, die das Fahrzeug selbstständig auf der Straße hält, um 40 Prozent gesenkt werden konnte. So fiel die Unfallrate von 1,3 Unfällen pro einer Million gefahrener Meilen auf 0,8 Unfälle. Dennoch ist Tesla immer wieder mit Kritik von Kunden konfrontiert. So sollen mehrere Fahrzeuge vom Typ Model X plötzlich von selbst losgefahren sein und dabei Unfälle mit Sachschaden verursacht haben. Tesla betont jedoch stets, dass die Daten auf eine Schuld der Fahrer hinweisen.