Digital Life
14.08.2013

Fremde Stimme aus der Baby-Kamera

Ein texanisches Paar erlebte, wie eine fremde Stimme aus einer Baby-Kamera mit ihrer zweijährigen Tochter sprach. Das Gerät war offenbar durch einen Cyberangriff geknackt worden. Nun wird Kritik am Kamera-Hersteller laut, der offenbar schon länger mit Sicherheitsproblemen kämpft.

Als Marc Gilbert am 10. August das Zimmer seiner zweijährigen Tochter Allyson betrat, hörte er, wie eine ihm unbekannte Stimme aus der Baby-Kamera (einem Babyfon mit Kamera, das per WLAN mit dem Heimnetzwerk verbunden ist) zu dem schlafenden Mädchen sprach. Gegenüber ABC News spricht er von wüsten Beschimpfungen, die eine Stimme mit "britischem oder europäischem Akzent" ausstieß. Die Eltern des Kindes nahmen das Gerät sofort vom Strom.

Das Gerät, welches offenbar per Cyberangriff geknackt worden war, ist ein Produkt des Unternehmens Foscam. Bereits im April war der Kamera-Hersteller durch die Sicherheitsfirma Qualys auf eine große Sicherheitslücke aufmerksam gemacht worden, berichtet die BBC. In Online-Foren waren zudem Informationen aufgetaucht, wie man an Livebilder von Foscam-Kameras und jenen anderer Hersteller gelangen konnte.

Im Juni brachte Foscam ein Firmware-Update für seine Kameras heraus, welche die aufgezeigten Probleme lösen sollten. Kunden, die bereits Foscam-Kameras besaßen, wurden jedoch offenbar nicht sehr deutlich auf dieses Update hingewiesen - etwa durch eine sichtbare Meldung auf der Firmen-Homepage. Der Support des Herstellers erwies sich laut BBC-Recherchen als äußerst mangelhaft.

Die zweijährige Allyson, die von einem Fremden per Kamera-Lautsprecher beschimpft worden war, bekam von all der Aufregung nichts mit. Sie ist nämlich taub. Unter den Umständen sei dies "so etwas wie Glück", sagen ihre Eltern.

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