Hulk Hogan sieht seine Privatsphäre durch ein Sexvideo verletzt

© AP/Steve Nesius

Sexvideo-Entschädigung
04/06/2016

Gawker geht gegen Hulk Hogan in Berufung

Das Online-Medienunternehmen Gawker wehrt sich in zweiter Instanz dagegen, dem Ex-Wrestler Hulk Hogan 140 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen.

Der bekannte Ex-Wrestler Hulk Hogan hat zuletzt einen Gerichtsprozess gegen das Online-Medienunternehmen Gawker gewonnen, bei dem es um die Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Sexvideos ging. Ein Gericht in Florida entschied, dass Gawker widerrechtlich gehandelt. Die Jury gestand Hulk Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bollea heißt, eine Schadenersatzsumme von 115 Millionen Dollar zu. Wenige Tage darauf wurde diese Summe auf 140 Millionen Dollar erhöht. Nun geht Gawker, wie erwartet, dagegen in Berufung, berichtet Ars Technica.

Nachrichtenwert

Für Gawker wäre eine zahlung von 140 Millionen Dollar "ruinös", argumentiert die Verteidigung. Die Anwälte des angeklagten Unternehmens sehen es außerdem als irregulär an, dass die Jury eine Entscheidung über die Grenzen zwischen Informationsfreiheit und Privatsphäre treffen durfte.

Ihrer Meinung nach stellt Hogan eine Person öffentlichen Interesses dar. Neuigkeiten über eine solche sollten ihrer Meinung nach ohne Weiteres veröffentlicht werden können. Der Nachrichtenwert hingegen sollte nicht von einer zufällig zusammengestellten Jury entschieden werden.

Vergleich mit Schwerverletzten

"Wir erwarten vollständig bestätigt zu werden", zeigen sich die Gawker-Anwälte zuversichtlich. "Und selbst wenn das Urteil bestehen bleibt, ist das keine Rechtfertigung, um Millionen von Dollars zuzusprechen, die nicht einmal Angehörige von Todesopfern oder Schwerverletzte erhalten."