In einem weiteren Co-Creation-Workshop des s Lab tüftelten User an Bank-Ideen

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Digital Life
09/18/2015

„Geld abheben mit dem Handy wäre praktisch“

Seit zwei Jahren können Nutzer im s Lab von Erste Bank und Sparkassen Feedback zu neuen Bankideen geben oder sich als Betatester anmelden. Über 1000 User sind bereits aktiv.

Im September 2013 starteten Erste Bank und Sparkassen mit dem s Lab eine Community-Plattform, um neue Bankideen mit Usern zu entwickeln und eigene Services abzutesten. Neben dem virtuellen Feedback auf der Webseite konnten User auch in einigen Co-Creation-Workshops mit Mitarbeitern der Bank, Designern und Entwicklern konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten. Für die völlig überarbeitete Online-Banking-Plattform George, einige Services wie den Wohnkreditrechner sowie neue Banking-Apps wie George Go wurden auch Betatester aus der Community rekrutiert.

Mobiles Banking

„Für uns ist das s Lab das Ohr zum Kunden. Dort erfahren wir aus erster Hand, was User beschäftigt und was ihnen wirklich wichtig ist. Durch das Feedback konnten wir bereits einiges verbessern, viele Ideen und Anmerkungen fließen zudem laufend in neue Funktionen und Services ein“, sagt s Lab Community Managerin Barbora Maresova im Gespräch mit der futurezone. Im Vergleich zu den Anfangszeiten würden die Fragestellungen, aber auch das Feedback konkreter und auch produktlastiger ausfallen, was auch mit der in der Zwischenzeit gelaunchten Banking-Plattform George und der Vielzahl an neuen Apps zusammenhängt.

Ein Blick auf die s Lab Seite zeigt, dass das Thema mobiles Banking viele User beschäftigt bzw. diese meistens vom Jetztstand noch ein, zwei Schritte weitergehen wollen. So fänden es etwa die User „phurban“ und „P.Simon“ gut und praktisch, wenn man in Bankfoyers auch ohne Bankomatkarte Geld beheben könnte. Dies soll in Kombination mit einer entsprechenden Banking-App wie George Go oder der kürzlich vorgestellten Barcode-Lösung BlueCode möglich sein, so der Vorschlag der User. Die Lösung könnte mit zusätzlicher Pin-Eingabe am Smartphone bzw. am Bankomaten abgesichert werden.

Kritik an zu vielen Apps

Neben guten neuen Ideen findet sich auch einiges an Verbesserungsvorschlägen und Kritik. So diskutieren einige User, dass die zuletzt gelaunchten Banking-Apps zwar sinnvoll und gut umgesetzt sind, es aber manchmal mühsam ist, so viele Apps für verschiedene Szenarien herunterladen zu müssen. Aufgrund des Feedbacks wurde die George-Go-App bereits mit vielen zusätzlichen Funktionen ausgestattet. Auch für den vor wenigen Monaten in George integrierten Finanz Manager wünschen sich einige User noch zusätzliche Personalisierungsmöglichkeiten. Die Hashtagfunktion für Kontoumsätze wurde mit Hilfe der s Lab Community erweitert und erhält in Kürze ein Update.

Für den Herbst planen die s Lab Verantwortlichen eine Überarbeitung der Webseite, um die Plattform noch transparenter zu gestalten. „Wir beantworten zwar jeden Beitrag und leiten auch alles an die entsprechenden Entwicklungsteams weiter. Teilweise ist es für die User aber nicht so genau nachvollziehbar, was genau mit ihren Ideen und Vorschlägen passiert bzw. ob diese dann tatsächlich in einem Produkt implementiert werden. Daher wollen wir ein neues Ideen-Management auf der Plattform einführen“, erklärt Maresova.

Zwei User-Gruppen

Derzeit seien im s Lab vor allem zwei User-Gruppen mit unterschiedlichen Interessensgebieten vertreten . Die User unter 35, darunter viele „Digital Natives“, seien im Schnitt mobil-affiner, würden Banking vor allem am Handy machen wollen. Die über 35-Jährigen seien technisch zwar ebenso versiert, beschäftigen sich aber eher mit der Desktop-Plattform von George. Hier sei das Budgetierungsthema, die Darstellung von Ausgaben und Einnahmen sowie die Verknüpfung mehrerer Konten und Finanzservices ein größeres Thema.

Auch wenn man mit der gewachsenen Community sehr zufrieden ist, soll in Zukunft ein noch breiteres Publikum angesprochen werden. „Wer Interesse hat, ist natürlich herzlich eingeladen auf s-lab.at vorbeizuschauen“, sagt Maresova.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation von Erste Bank und Sparkassen mit futurezone.at