Digital Life 21.07.2016

"Ghostbusters": Twitter sperrt Kolumnisten nach Shitstorm

Wurde auf Twitter angefeindet: US-Comedy-Star Leslie Jones © Bild: APA/AFP/VALERIE MACON

Die Schauspielerin Leslie Jones klagte über rassistische Tweets nach dem "Ghostbusters"-Kinostart in den USA.

Der US-Kolumnist Milo Yiannopoulos ist vom Kurzbotschaftendienst Twitter ausgeschlossen worden, weil er einen beleidigenden und rassistischen Shitstorm gegen die schwarze Schauspielerin Leslie Jones ausgelöst haben soll. Yiannopoulos kritisierte die Entscheidung am Dienstag als „feige“.

Er warf Twitter vor, „muslimischen Terroristen und Extremisten von (der Bewegung) Black Lives Matter einen sicheren Raum“ zu bieten, während Konservative wie er ausgeschlossen würden. Yiannopoulos, der bei Twitter 338.000 Follower hatte, schreibt für die konservative Website Breitbart.

„Teuflische“ Beleidigungen

Die Nachrichten, die von Yiannopoulos über Jones abgesetzt worden waren, waren am Mittwoch nicht zugänglich. Die 48-jährige Schauspielerin klagte über „teuflische“ Beleidigungen, sie sei als hässlich verunglimpft und als Affe beschimpft worden. Als Reaktion auf den Shitstorm hatte Jones am Montag ihren Abschied von Twitter verkündet. Twitter teilte Yiannopoulos mit, sein Account sei dauerhaft gesperrt worden, weil er die Regeln des Dienstes „wiederholt verletzt“ habe. Sie sähen insbesondere vor, einzelne Menschen nicht „gezielt zu verfolgen“.

Die Angriffe auf Jones hängen offenbar mit dem Kinostart des neuen „Ghostbusters“-Films zusammen. In Österreich kommt der Film am 5. August in die Kinos. In der Neuverfilmung der Fantasy-Komödie von 1984 sind die Geisterjäger alle weiblich, unter ihnen Leslie Jones. Bereits mit Bekanntgabe der Besetzung Anfang 2015 kam eine Welle der Frauenfeindlichkeit. „Das ist ein Nichtstarter für mich. Es ist 2016. Wenn Sie ein Problem mit Frauen in einem Film haben, dann stimmt etwas nicht mit Ihnen“, zeigte sich Regisseur Paul Feig entgeistert.

( Agenturen , futurezone ) Erstellt am 21.07.2016