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DLD 2011
01/19/2012

Google-Chef: "Kinder schlafen oder sind online"

Eric Schmidt kündigte in München 1000 neue Jobs beim Suchmaschinenkonzern in Europa an. Unternehmen rät er, in erster Linie auf mobile Inhalte zu setzen und neue Services in Zukunft zuerst für mobile Plattformen zu entwickeln. Mit der Hilfe von Smartphones könne man bald unser Leben vorhersagen.

von Jakob Steinschaden

Bei seinem Überraschungsbesuch in München kündigte der scheidende Google-Chef Eric Schmidt die Schaffung 1000 neuer Arbeitsplätze bei dem Internetkonzern in Europa an. Die Jobs sollen vor allem in Deutschland ausgeschrieben werden, damit werde der Wachstum in Europa vorangetrieben. Eine Stellungnahme zum kürzlichen Rücktritt gab er nicht ab, Fragen aus dem Publikum wurden nicht entgegen genommen. Als Stargast der Konferenz DLD blieb Schmidt in seiner anschließenden Rede insgesamt sehr vage.

"Wir kommen zu dem Punkt, wo Technologie uns dient. Als ich begonnen habe, habe ich dem Computer gedient", so Schmidt. "PCs werden ermöglichen, dass zu tun, was wir machen wollen und die Welt verbessern." In Zukunft würden Handys unsere Vitalfunktionen überwachen, Internet-Plattformen wie Ushahidi (in Krisenländern werden Landkarten nach dem Crowdsourcing-Prinzip angelegt) könnten zu einer Verbesserung unseres Lebens beitragen.

"Mobile first"

"Das Smartphone ist das Gerät unserer Zeit", so Schmidt. Er sagte, dass das mobile Web acht Mal schneller wachse als jenes, das für Desktop-Bildschirme gemacht würde, Entwicklern riet er, die Regel "mobile first" gelten zu lassen und neue Services zuerst für das Mobiltelefon zu entwerfen. Trotz "Social Web" würde die Suche relevant bleiben. "Auf Android-Handys haben sich die Suchanfragen in einem Jahr verzehnfacht", sagte Schmidt. Täglich würden zudem 300.000 neue Android-Handys 96 Ländern aktiviert werden.

Sowohl LTE als auch Cloud Computing bewertete Schmidt als Technologien der Zukunft. Als Beispiel nannte er die mobile Live-Übersetzung von Telefonaten in andere Sprachen. "Es ist nicht nur das Handy, sondern das Handy im Zusammenspiel mit den Servern, und das ist Cloud Computing", sagte der Google-CEO. Die Vision, die Bill Gates bereits in den 90ern gehabt hätte, würde heute Realität werden.

Personalisieren und Zeit sparen

Bei der Nutzung sieht Schmidt eine Generation heranwachsen, die ohne dem Web nicht mehr auskommen würde. "Kinder schlafen entweder oder sind online." Neben bekannten Netzwerkeffekten wie durch Facebook würde vor allem die Personalisierung von Inhalten - "natürlich nur mit der Zustimmung des Nutzers" - ein wichtiger Trend der nächsten Jahre sein.

Außerdem würden mit der Cloud verbundene Handys die Erinnerungsfunktion übernehmen. "Computer merken sich, mit der Zustimmung des Nutzers, alles", so Schmidt. Außerdem würden sie in Form von Smartphones bald vorhersagen können, wohin die Nutzer gehen und mit wem sie sich treffen könnten. Generell wolle man bei Google den Nutzern Zeit sparen, damit sie sich mit wichtigen Dingen auseinandersetzen könnten.

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(Jakob Steinschaden)

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