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Urheberrecht
07/17/2013

Google: HBO verlangt Löschung von VLC-Link

Die Rechteinhaber aus der Film- und Musikindustrie erstellen ununterbrochen Listen mit Links zu illegalen Kopien ihres Contents, die Google aus seinen Suchergebnissen löschen soll. Auf einer solchen Liste des US-Pay-TV-Kanals HBO fand sich zuletzt auch ein Link zum Open-Source-Mediaplayer VLC.

Allein im vergangenen Monat hat Google beinahe 15 Mio. Löschanfragen wegen angeblich illegalen Inhalten erhalten. Der Suchmaschinen-Konzern prüft die Gesuche zwar, trotzdem rutschen immer wieder Anträge durch, die eigentlich nicht legitim sind. Nur wer die Rechte am Material hält, darf Google um Löschung bitten.

In den Massenanfragen der Rechteinhaber finden sich aber immer wieder Links, deren Ziel nichts mit dem Antragsteller zu tun haben. So fand sich auf einer kürzlichen Lösch-Liste von HBO neben etlichen pornografischen Videos, die nicht HBO gehören auch ein Ben Harper Album, Folgen der Cartoon-Serie Naruto und eben eine Version des quelloffenen VLC-Mediaplayers, wie TorrentFreak berichtet.

Dass die Rechteinhaber oft mit Schrot auf Spatzen schießen, ist wohl eine bewußte Entscheidung. Schließlich erwachsen keine Konsequenzen aus einer unrechtmäßigen Anzeige bei Google. Für die tatsächlichen Inhaber der betroffnen Seiten kann das aber sehr wohl problematisch werden, da die Zahl der erhaltenen Löschanfragen sich auch auf das Ranking in der Google-Suche auswirkt.

Google arbeitet laut eigenen Angaben an einem System, dass die Zahl der fälschlich entfernten Links drastisch reduzieren soll.

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