Digital Life
10.07.2017

Google Street View startet jetzt auch in Österreich

Lange Zeit war Österreich bei den Straßenansichten auf Google Maps ein schwarzer Fleck. Das wird sich jetzt ändern. Von der Datenschutzkommission gibt es grünes Licht.

Völlig überraschend hat Google am Montag bekanntgegeben, Street View nun auch in Österreich anzubieten. Bereits ab dem 19. Juli werden die Google-Autos auf österreichischen Straßen unterwegs sein und die Umgebung in Nahaufnahme ablichten. Die Aufnahme der Fotos erfolgt durch Kameras, die in einer Höhe von ca. 2,5 Meter angebracht sind und 360-Grad-Panoramabilder aufnehmen. Videos bzw. Bewegtbilder werden keine aufgenommen.

Jahrelange Verzögerung

Das seit langem geplante Vorhaben war nach Bedenken und Vorgaben der Datenschutzkommission (DSK) im April 2011 lange Zeit auf Eis gelegen. Lediglich einzelne Projekte - etwa in Skigebieten, Museen oder Fußballstadien - wurden in Zusammenarbeit mit Verantwortlichen vor Ort realisiert. Wie die Kommission in einem online abrufbaren Eintrag festhält, sind die damals geäußerten Empfehlungen hinfällig, da sich Google offenbar verpflichtet hat, den Anforderungen nachzukommen.

Standardmäßig wird der Internetkonzern automatisiert Gesichter und Nummernschilder von Autos unkenntlich machen. Wer - wie es etwa auch in Deutschland möglich ist - sein Eigenheim bzw. Wohngebäude unkenntlich machen will, kann dies über ein Formular tun, das über den Punkt "Ein Problem melden" unten rechts in jeder Street-View-Ansicht aufgerufen werden kann. Auch über das eigene Smartphone kann man einen Protest bezüglich des online gestellten Materials einreichen.

Autos mit Google-Logo unterwegs

Bis das Material online ist, wird es aber noch ein wenig dauern. Das gesamte verbleibende Jahr sollen die Autos in ausgewählten Städten und gut besuchten Ausflugszielen unterwegs sein, auch beliebte Landschaften dürften abgelichtet werden. Ende 2017 oder spätestens 2018 soll der Dienst dann online abrufbar sein. Wer wissen will, wo die Autos unterwegs sind, kann dies über eine Google-Seite abrufen, die ebenfalls von der Datenschutzkommission verlinkt wurde. Alle Autos sind durch das Google-Logo klar erkennbar.

Einen besonders strittigen Punkt, mit dem die Kommission die Verwendung bereits gesammelten Fotomaterials unterbunden hatte, hat Google nun ebenfalls aus dem Weg geschafft. So werden bei den nun geplanten Fahrten keine Daten über allerorts existierende WLAN-Netzwerke mitprotokolliert. Bei Google freut man sich darauf, Street View in Österreich anbieten zu können. Die Nachfrage von Usern, Touristen, aber auch der Wirtschaft sei sehr groß gewesen, so das Unternehmen auf futurezone-Anfrage.

Meere und Canyons

Abgesehen von Diskussionen über den Datenschutz, die etwa den Start in Deutschland begleiteten, zählt Street View zu den meist genutzten Diensten des Konzerns. Neben Straßenansichten hat Google auch Unterwasseraufnahmen in diversen Meeren, den Grand Canyon, den Mont Blanc, bekannte Nationalparks und andere Sehenswürdigkeiten in 360-Grad-Bildern festgehalten.