Digital Life
17.11.2015

Google-Suche versteht Fragen der Nutzer jetzt besser

Die Android-Such-App von Google versteht nach einer Umstellung auch komplexere Suchanfragen. Nutzer sollen sie jetzt wie einen Menschen befragen können.

Wer bei Google sucht, war anfangs darauf angewiesen, die richtige Kombination aus Schlüsselwörtern zu erwischen, um bestimmte Informationen zu bekommen. Das soll jetzt für Android-Nutzer endgültig vorbei sein, wie ein Blogeintrag mitteilt. Ab sofort sollen Nutzer Fragen in der Android-App so formulieren können, wie sie das auch im Gespräch mit einem Menschen tun würden. So sollen auch kompliziertere Anfragen wie "Welches sind die größten Städte in Texas?", Welche Lieder hat Taylor Swift 2014 aufgenommen?" oder "Wer war US-Präsident, als die Angels (ein Baseballverein, Anm.) die World Series gewonnen haben?" jetzt schnell und präzise zu den richtigen Antworten führen. Die sprachgesteuerte Suche der Android-App erlaubt einfachere, natürlichsprachige Formulierungen bereits seit 2008, das neue System soll allerdings auch komplexere Fragen verarbeiten können.

Die Antworten werden durch das "Knowledge Graph"-System geliefert. Dabei handelt es sich um eine lernfähige Datenbank, die entsprechende Verknüpfungen zwischen Datensätzen herstellen kann. Ähnlich funktioniert auch die wissenschaftliche Suchmaschine Wolfram Alpha. Google hat bereits seit längerem angekündigt, solche semantische Suchalgorithmen entwickeln zu wollen. Mit diesem Ansatz, der auch in der persönlichen Assistenzsoftware Google Now verfolgt wird, will Google seinen Nutzern künftig die benötigten Informationen liefern, ohne dass diese danach suchen müssen, indem der Kontext einer Situation analysiert wird. Die Kommunikation mit den Suchdiensten soll in natürlicher Sprache erfolgen. Auch die Konkurrenten Facebook und Apple arbeiten in diese Richtung. Google räumt ein, dass es Anfangs noch öfter zu Missverständnissen kommen kann, die lernfähigen Algorithmen sollen mit der Zeit aber besser werden.