Digital Life
18.09.2017

Google und Twitter liefern Werbung gezielt an Rassisten

Nach der Entdeckung, dass Facebook gezielte Anzeigen an Antisemiten zuließ, sind ähnliche Lücken auch in den Werbeplattformen von Google und Twitter aufgefallen.

So erlaubte es Google, zielgerichtete Werbung zu Phrasen wie dem Satz „zionists control the world“ („Zionisten kontrollieren die Welt“) zu schalten, wie die US-Website „Buzzfeed“ am Wochenende berichtete. Bei Twitter war es möglich, als Schlüsselwörter für gezielte Platzierung von Anzeigen „Nazi“ sowie beleidigende Begriffe für Schwarze und Mexikaner festzulegen, wie „The Daily Beast“ schrieb. Google und Twitter reagierten schnell und blockierten die Lücken.

"Softwarefehler"

Twitter sprach von einem Softwarefehler, durch den eigentlich gesperrte Begriffe in der Liste auftauchten. Bei Google wurden nach dem Hinweis von „Buzzfeed“ unter anderem englische Sätze wie „jews control the media“ („Juden kontrollieren die Medien“), „jewish world domination“ („jüdische Weltherrschaft“) oder „black people ruin neighborhoods“ („Schwarze ruinieren Nachbarschaften“) blockiert.

Facebook hatte bis vergangene Woche zugelassen, dass Werbetreibende Anzeigen zielgerichtet an Antisemiten adressieren konnten. Bezahlte Postings konnten auf Facebook an Leute ausgespielt werden, die sich zuvor als „Judenhasser“ zu erkennen gaben. Zielgerichtete Werbung, bei der Anzeigen auf Interessen der Nutzer zugeschnitten werden, bescheren Online-Werbeplattformen rasant steigende Milliardeneinnahmen.