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01/27/2011

Google zensuriert RapidShare und BitTorrent

Der Suchmaschinenbetreiber hat sich dem Druck der Unterhaltungsindustrie gebeugt. Diverse Downloaddienste scheinen bei den automatisierten Suchvorschlägen nicht mehr auf. Mit der Maßnahme soll Film- und Softwarepiraterie eingedämmt werden.

von Martin Stepanek

Über Nacht und ohne erneute Ankündigung hat Google heute begonnen, Begriffe wie "RapidShare", "BitTorrent", "uTorrent" und "Megaupload" aus den automatisierten Suchvorschlägen herauszufiltern. Die besagten Begriffe werden bei der Instant-Suche über die Autocomplete-Funktion nicht mehr vorgeschlagen. Gibt man etwa den Namen des Dienstes vollständig ein, zeigt Google aber weiterhin alle Suchergebnisse an.

"Diese Umstellung bezieht sich ausschließlich auf Autocomplete-Begriffe", versichert Google-Sprecher Kay Oberbeck auf Anfrage der FUTUREZONE. Man könne bei bestimmten Begriffen erkennen, dass sie zu Seiten führen, bei denen vermehrt Urheberrechtsverstöße gemeldet wurden. Daher sei für diese Begriffe die Autocomplete-Funktion gestoppt worden. "Suchresultate dagegen werden nur dann aus dem Index entfernt, wenn ein rechtsverbindlicher Titel wegen einer Urheberschutz-Verletzung vorliegt," so Oberbeck.

Bereits im vergangenen Jahr war Google von der Unterhaltungs-industrie heftig kritisiert worden, da die Instant-Suche ohne das Zutun der User derartige Download- und Filesharing-Dienste zu gesuchten Filmtiteln, Musikalben oder Software vorschlug. Daraufhin kündigte Google einige Maßnahmen gegen Copyright-Verstöße an, um nicht zum unfreiwilligen Handlager von Medienpiraterie zu werden. Der nun umgesetzte Filter dürfte ein erster Schritt diesbezüglich sein.

Unternehmen empört

Bei den betroffenen Firmen wie Rapidshare und Bittorent stieß die Maßnahme naturgemäß auf wenig Gegenliebe, zumal die Wahl der Begriffe derzeit willkürlich erscheint. Während die bereits erwähnten Dienste aus den automatisierten Suchvorschlägen herausgenommen wurden, sind andere beliebte Anbieter wie HotFile and MediaFire von der Maßnahme derzeit nicht betroffen.

"Google ist mit dem Zensurieren von Resultaten bei ihren Suchvorschlägen definitiv zu weit gegangen", ließ RapidShare gegenüber dem US-Portal TorrentFreak verlauten. "Eine Suchmaschine sollte in erster Linie User-Interessen und nicht die Interessen Googles oder sonst jemand reflektieren. RapidShare ist eine der beliebtesten Webseiten weltweit. Hunderttausende User verlassen sich auf unsere Service, um ihren legitimen Interessen nachzugehen", so die Stellungnahme des Filesharing-Unternehmens.

Schon kurz nach der Ankündigung der Antipiraterie-Maßnahmen wurde kritisiert, dass das Aussperren von Suchbegriffen wie "Torrent" auch Unternehmen treffen würde, die ihre eigene Software legal über Bittorrent-Protokolle an ihre Kunden verteilen.

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(Martin Stepanek)

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