Digital Life
09.10.2016

Gratis-Tool für Macs soll Spionage per Webcam verhindern

Ein Ex-NSA-Mitarbeiter hat einen Weg gefunden, mit dem sich Angreifer bei laufenden Videochats einklinken können. Ein Tool soll das verhindern.

Der frühere NSA-Mitarbeiter und jetzt Security-Forscher Patrick Wardle warnt vor einer neuen Spionage-Methode bei Macs. Auf der Virus-Bulletin-Konferenz hat er diese Woche demonstriert, wie es theoretisch möglich ist, Audio und Video bei einem laufenden Skype- oder Facetime-Gespräch mitzuschneiden. Das Abkleben der Webcam hilft bei dieser Art der Attacke natürlich nichts, da der User für den Videochat bewusst Kamera und Mikrofon verwendet.

Wardle hat deshalb ein Gratis-Tool namens OverSight veröffentlicht. Dieses zeigt per Pop-up an, wenn die Kamera und das Mikrofon aktiviert werden. OverSight zeigt auch an, wenn ein neuer Prozess auf die Kamera zugreift, obwohl diese gerade läuft. So soll verhindert werden, dass in einem laufenden Videochat Malware unbemerkt mitfilmt.

Bei Zugriffen auf die Kamera wird der Name des Prozesses angezeigt. Der Zugriff kann erlaubt oder blockiert werden. Beim Mikrofon wird nur angezeigt, wenn es aktiviert wird. Der Prozess, der darauf zugreift wird aber nicht angezeigt und das Blockieren ist noch nicht möglich.

Wardle will OverSight zukünftig verbessern und betont, dass es, wie jedes Security-Tool, kein 100-prozentiger Schutz ist. Rootkit-Malware könnte etwa unbemerkt auf die Kamera des MacBooks zugreifen. Das österreichische Unternehmen Objective Development hat mit Micro Snitch ein ähnliches Tool veröffentlicht, das 3,99 Euro kostet.