Digital Life
10.03.2012

Gundotra: "Wir wollen Google+ nicht überladen"

Der Leiter der Entwicklung von Google+ möchte Drittherstellern noch keinen Zugriff auf die API geben, damit Benachrichtigungen von Apps und Spielen das Interface nicht überschwemmen. Die soziale Suche sei ihm zufolge nur von "sehr wenigen Leuten" deaktiviert worden.

Vic Gundotra, Leiter der Entwicklung von Google+, erklärte im Rahmen der SXSW die Verzögerung der API für Googles Soziales Netzwerk. "Es ist zu 100 Prozent meine Schuld. Ich möchte einfach nicht den Nachrichtenstream der Google+ Benutzer überladen." Denn während Facebook Jahre Zeit hatte, die Postings mit der Hilfe seines EdgeRanks zu gewichten, fehlen Google noch diese Erfahrungswerte. Eine API würde Programmierern die Möglichkeit geben, ihre Apps oder Spiele in das Soziale Netzwerk zu integrieren. Dazu würden wohl auch Benachrichtigungen im Google+ Nachrichtenstream gehören, die aber viele Benutzer als störend empfinden.

Geisterstadt mit 100 Millionen Einwohnern
Gundotra konnte nicht garantieren, dass die API noch dieses Jahr veröffentlicht werde. "Ich möchte sie einfach noch nicht veröffentlichen, da ich bereits bei anderen Plattformen gesehen habe, wie sie ihre API freigeben, ein Ökosystem an Drittanbietern aufbauen und dann den Zugang zur API wieder sperren. Das wollen wir nicht tun." Die "Soziale Suche", die Empfehlungen von Google+ Freunden in die Google Suche miteinfließen lässt, hat zwar im Vorfeld für Kontroversen gesorgt, wurde aber Gundotra zufolge nur von einer "sehr kleinen Zahl von Mitgliedern" deaktiviert. Mit einer Freigabe der API hofft Google auf eine Wiederbelebung des sozialen Netzwerks, das zwar erst vor wenigen Tagen mehr als 100 Millionen Nutzer vermeldete, diese aber nur kurze Zeit tatsächlich auf der Seite halten kann.

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