Digital Life
21.05.2013

Hacker sollen US-Abhördaten erbeutet haben

Wie die Washington Post berichtet, sollen chinesische Hacker Ende 2009 gezielt Datenbanken angegriffen haben, die Informationen zu von der US-Regierung überwachten E-Mail-Konten enthielten. Chinesische Agenten könnten so gewarnt worden sein.

Ende 2009 wurden die Datenbanken von Google angegriffen. Der Internet-Konzern gab dies Anfang 2010 bekannt. Laut Google standen E-Mail-Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten im Visier der Hacker, die ebenfalls aus China stammen sollen. Wie die Washington Post jetzt erfahren haben will, hatte der Angriff ein anderes Ziel.

Laut ehemaligen und derzeitigen Regierungsangestellten wurde eine Datenbank angegriffen, in der Informationen zu richterlichen Beschlüssen zur Überwachung von Gmail-Konten enthalten waren. Die Überwachung wird üblicherweise gerichtlich angeordnet, wenn es sich bei den Verdächtigen um Spione oder Terroristen handeln soll. Mit diesen Informationen könnte China seine Spione warnen, sie vor ihrer Verhaftung außer Landes bringen oder gezielt Falschinformationen über die überwachten Konten streuen.

Wie viele Informationen die Hacker aus dieser Datenbank erbeuteten, ist unbekannt. Google und das FBI wollten gegenüber der Washington Post keinen Kommentar abgeben. Im April gab Microsoft bekannt, dass zur selben wie Google auch Microsoft-Server angegriffen wurden. Auch hier suchten die Hacker gezielt nach E-Mail-Konten, die aufgrund eines richterlichen Beschlusses überwacht wurden.

Mehr zum Thema

  • US-Geheimdienste kaufen Sicherheitslücken
  • US-Militärgeheimnisse jahrelang ausspioniert
  • US-Justiz bespitzelte Nachrichtenagentur AP
  • China ist größte Quelle von Cyberangriffen