© Rechts gegen Rechts/ZDK

Hasspostings
10/23/2015

Hass hilft: Rassisten spenden unfreiwillig für Flüchtlinge

Eine deutsche Initiative spendet gemeinsam mit Facebook für jedes Hassposting. Damit helfen fremdenfeindliche Facebook-Nutzer unfreiwillig Flüchtlingen.

Das deutsche Zentrum Demokratische Kultur (ZDK) hat es geschafft, das Beste aus Hasspostings zu machen. Die gemeinnützige Organisation hat die Aktion "Hass hilft" ins Leben gerufen. Jedes Hassposting auf Facebook wird in eine Spende von einem Euro umgewandelt. Die gesammelte Summe soll dann an "Aktion Deutschland Hilft" (Initiative für Flüchtlinge) sowie "EXIT Deutschland" (Initiative gegen Rechts) fließen.

Damit will man die Hassposter in eine "Zwickmühle" bringen. "Denn entweder hören die Online-Hasser auf zu kommentieren. Oder sie sammeln Geld gegen ihre fremdenfeindlichen Interessen", heißt es auf der Seite.

Rangliste für "Spender"

Die Aktion stellt auch die Hassposter an den Pranger. In einer Rangliste werden die fleißigsten "Spender" anonymisiert aufgezählt. Die Spenden stammen von großen Sponsoren wie Sky, dem FC St. Pauli sowie dem Radiosender Big FM. Zudem können auch Privatpersonen spenden. Die Aktion wird auch von Facebook unterstützt, das zuletzt in Deutschland eine Aufklärungskampagne zu Hasspostings versprach.

Eine ähnliche Aktion startete das ZDK bereits 2014 unter dem Titel "Rechts gegen Rechts". Dabei machte das ZDK aus dem Rudolf-Hess-Gedenkmarsch in Wunsiedel den "größten unfreiwilligen Spendenlauf Deutschlands". Dabei kamen mehr als 10.000 Euro zusammen. Seitdem wurde die Aktion bei mehreren rechtsextremen Märschen in Deutschland wiederholt.