Digital Life
20.10.2012

HD-Doku: Blick aus dem Pilotensessel eines A380

Im Frühjahr 2012 durfte die futurezone Jürgen Raps, den wohl bekanntesten Piloten Deutschlands, auf seinem letzen Flug mit dem Airbus A380 begleiten. Ein Film-Team von PilotsEYE.tv begleitete Raps ein ganzes Jahr lang. Jetzt ist die Dokumentation "A380 San Francisco - The final flights of JR" fertig. Die futurezone verlost zehn PilotsEYE-Packages.

Es ist das zur Zeit modernste Cockpit der Zivilluftfahrt und das erste, das als "papierlos" bezeichnet wird. Über einen "Onboard Information Terminal" sind Flugrouten, Wetterkarten und Checklisten abrufbar. Über den "Onboard Maintenance Terminal" hat das Wartungspersonal auf Knopfdruck Zugriff auf Logbücher und Diagnosesysteme.

Jürgen Raps, der bekannteste Kapitän Deutschland und der erste A380-Pilot überhaupt, wurde von PilotsEYE.tv ein Jahr lang begleitet - vom Simulatortraining und Werftbesuch in Toulouse bis zur letzten Landung in den Ruhestand. ”Wir zeigen dem Zuschauer die Welt der Piloten in atemberaubenden Bildern und in einer Qualität, als würde er selbst im Cockpit sitzen”, sagt der in München ansässige Klosterneuburger Thomas Aigner, Geschäftsführer von AignerMEDIA.

Seit 2005 hat er sich auf innovative HD-Dokumentationen und hier wiederum auf synchronisierte Mehrkamera-Aufnahmen in der Aviatik spezialisiert. In seinen Dokumentationen beobachtet der Zuschauer aus dem - seit 9/11 für normale Fluggäste mittlerweile verbotenen – Jump-Seat im Cockpit das gesamte Fluggeschehen, so, als ob er selbst ein Pilot wäre.

Filmteam macht Flug zum Erlebnis

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A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

A380 Flug Jürgen Raps PilotsEYE.tv Thomas Aigner Cockpit Airbus.

Flüge in HD
Die Idee, Flüge mitzufilmen, hatte Aigner schon vor etwa acht Jahren. „2004 wurden die ersten bezahlbaren HD Geräte vorgestellt“, erinnert sich Aigner, der in den 80er Jahren (einmal zum beliebtesten Radiomoderator gewählt wurde (MusicManWahl), bei Ö3 gearbeitet hatte, später TV-Moderator war und nach 4 Jahren als US-Korrespondent zum Marketing-Experten und schließlich Unternehmer wurde.

„Damals waren sich Experten einig, dass die TV-Anstalten über kurz oder lang HD-Content benötigen werden.“ Nicht nur HD-Content für das Hauptabend-Programm, sondern für die sog. Off-Primetime. „Und diese Programminhalte sollten zeitlos wie nur irgendwie möglich aber intelligent sein“, so Aigner. So kam ihm die Idee, Flüge mit mehreren Kameras gleichzeitig mitzufilmen, bei denen der Zuschauer praktisch zur Kamera wird. „Stellen Sie mal die Frage an die Passagiere, wer ins Cockpit schauen oder mitfliegen will, da zeigen viele auf.“

Die Premiere
Von seiner Idee konnte Aigner vor acht Jahren auch Jürgen Raps begeistern, der damalige Flottenchef und Chefpilot der Lufthansa erlaubte es dem PilotsEYE.tv-Team, ihn auf einem Flug nach San Francisco - damals mit einem A340 - zu begleiten. Entstanden ist daraus die erste DVD, Serie Nr. 01. „Mit `A380 San Francisco - The final flights of JR` -

schliesst sich der Kreis, von unseren Anfängen und Raps Ende als aktiver Linienpilot, die Dokumentation ist ein Salut an den bekanntesten Piloten Deutschlands", so Aigner.  „Ich habe keinen einzigen Tag in meinen 41 Berufsjahren je bereut. Jeder Tag und jede Mission war so spannend und interessant, wie ich mir das immer gewünscht habe", erzählt Jürgen Raps mit einer Träne im Auge. Vom Einstieg in die Fliegerei bis zu den sehr persönlichen Grußworten der Wegbegleiter und Vorgesetzten skizziert der Film die wichtigsten Stationen in der Karriere eines der bekanntesten Piloten Deutschlands. Vom Flugschüler bis in den Vorstand.

Das Filmprojekt
Sechs Stunden dauert der Einbau der Kameras, 350 Kilogramm hat das gesamte Equipment, das sofort nach der Landung wieder ausgebaut werden muss. 30 Minuten geben die Lufthansa-Techniker vor Ort dem PilotsEYE-Team Zeit, alles zu demontieren; weil das Flugzeug wieder für den nächsten Flug vorbereitet werden muss. Schon im Pilotseye.tv-Büro in München wird bei jedem Flug die gesamte Installation exakt wie im Airbus aufgebaut, jede Einstellung getestet, jeder Akku gecheckt. Die gesamten Aufnahmen werden mit einem GPS-Zeit-Stempel versehen, damit die Innen- und Außenaufnahmen im Schnitt wieder synchronisiert zusammengefügt werden können. Während die Kameras die gesamten Flugstrecken aufzeichnen, zeigt die Serie nur die interessantesten und schönsten Momente eines Fluges. Die Piloten erklären das aktuelle Geschehen und erzählen von ihrer Passion fürs Fliegen. Gespräche wechseln sich ab mit musikuntermalten Ausblicken aus den großen Cockpitfenstern. Als Bonus zeigt die Crew z.B. ihre liebsten Plätze am Zielort.

Dramaturgie im Flug
Die Filme sind aber nicht einfache Mitschnitte, sondern dramaturgisch gestaltet (Allein der Bildschnitt nimmt etwa 30 Tage in Anspruch). Da gibt es keine Langeweile, weil die Kameraeinstellungen ständig wechseln, Piloten zu Wort kommen, man die typischen Cockpit-Geräusche und Funksprüche hört und weil der gesamte Flug in eine kleine Handlung eingebaut wird. Jürgen Raps` Auftritt endet nicht mit der Landung in San Francisco, sondern der Dreh wurde am Flugfeld fortgesetzt. Raps durfte seinen grossen Wunsch erfüllen und – eine einmalige Ausnahme – mit einer Harley Davidson seine Runden um den A380 drehen. Wohl auch deshalb, weil die Lufthansa die erste  Fluglinie ist, die San Francisco mit dem A380 regelmässig anfliegt, denn das wird als eine Art „Ritterschlag" für einen Flughafen gewertet.

Im Film werden auch technische Highlights erklärt, etwa Brake to Vacate (BTV) einem neu entwickelten System, das Energie und Bremsverschleiß verringert. BTV ist sozusagen der „erste aviatische Bremskraftverstärker", der den Bremsweg vorher berechnet und sich auf einen bestimmten Abrollweg festlegen lässt.

Am höchsten Punkt des zur Zeit größten Passagierflugzeugs der Welt, im Seitenleitwerk, sitzt die ETACS- oder Tail-Camera. Diese Minikamera gibt dem Piloten die Sicht auf sein Flugzeug aus der Vogelperspektive. Das ist unerlässlich für die Fortbewegung am Boden, denn ein Airbus A380 misst immerhin fast 80 Meter in der Breite. Erstmals durfte PilotsEYE. tv dieses Kamerasignal anzapfen und in der Dokumentation verarbeiten. Das gesamte Interview mit Jürgen Raps sieht man im pilotsEYE-YouTube Channel.

Die futurezone verlost zehn DVD- bzw. Blu-ray-Packages der PilotsEYE-Dokumentation "A380 San Francisco - The final flights of JR". Wer gewinnen will, schickt ein Mail mit dem Betreff " Airbus A380" an redaktion@ futurezone.at.

Die Gewinnfrage: Wie groß ist das Cockpit des Airbus A380?

(Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barablöse des Preises nicht möglich.)

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Alle Unterlagen zum Nachfliegen
Für Simulator-Flieger und Fans, die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen, bietet PilotsEYE.tv die gesamten, teilweise handschriftlichen Dokumente des Fluges. Vom Flugplan bis zur Wetterkarte, inklusive der wichtigsten Funksprüche und der Google- Route. Hier ist das PEFB, das ”PiltosEYE FlightBag” als PDF frei erhältlich.

Die Serie
Die preisgekrönte Dokuserie wurde nach Osteuropa und Japan nun auch nach Finnland verkauft. Seit 2006 wurden elf Filme - zehn davon DVD und Bluray - veröffentlicht (Malediven, Alpen etc.). Auf YouTube wurden die PilotsEYE-Filme 2,1 Millionen Mal abgerufen, auf  Facebook hat Pilotseye mehr als 20.000 Fans. Im Frühjahr waren es noch 8000.

 

Das technische Equipment
Die aufgezeichneten GPS-Daten durch Navigationsgeräte von Garmin dienen zur Visualisierung der Flugroute in Google Earth. Die Airshow entstammt der OnBoard-NICEVIEW-Anwendung von Luftansa-Technik, alle Flugkarten und Waypoint-Darstellungen den elektronischen Karten von LIDO/LH-Systems, die Postproduktion erfolgt auf AVID-Symphony.