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Hotelsuche
09/23/2016

HRS gibt Hotels gegen Bezahlung besseres Ranking

Wer online Hotels sucht, bekommt nicht immer das beste Angebot präsentiert. Ein Bericht wirft der Buchungsplattform HRS vor, Suchergebnisse gegen Bezahlung zu manipulieren.

Die Rechercheplattform Correctiv wirft der Hotelsuchmaschine HRS vor, Hotels gegen Bezahlung bessere Rankings zu erkaufen. Mit dem sogenannten "Booster" werden Hotels bevorzugt in der Suche platziert, müssen dafür aber auch eine höhere Provision bezahlen. Statt 15 werden daraufhin 19 Prozent Provision pro Buchung fällig. Die teilnehmenden Hotels werden dann in einer eigenen Rangliste namens "HRS empfiehlt" vor den eigentlichen Suchergebnissen angezeigt. Davon, dass das Hotel für diese Platzierung bezahlt, erfährt man laut Correctiv auf der Website nichts.

HRS sieht darin "Marketingstrategie"

Auf Anfrage bestätigt das deutsche Unternehmen die Maßnahme, dabei handle es sich um eine "Marketingstrategie", die die geltenden Gesetze einhalte. Das Unternehmen, das als Nummer zwei hinter Marktführer Booking.com gilt, dementiert jedoch, dass man sich eine Spitzenposition "erkaufe". Stattdessen werden die Empfehlungen mit einem Algorithmus an die Suchkriterien angepasst.

Da viele Hotels mittlerweile von derartigen Buchungsportalen abhängig sind, befürchten Kritiker, dass durch derartige Booster vor allem kleine Hotels auf der Strecke bleiben könnten. Während sich große Hotels die höheren Provisionen besser leisten können, müssen kleine Unternehmen dem Preisdruck nachgeben, um im Wettbewerb zu bleiben. Auch der Branchenführer Booking.com betreibt mit "Unsere Empfehlungen zuerst" ein ähnliches Programm.

Google und Amazon fielen negativ auf

Die EU hat bereits im Mai eine neue Richtlinie veröffentlicht, die verhindern soll, dass Betreiber von Online-Portalen und Suchmaschinen ihre Ergebnisse verfälschen. Die Richtlinie entstand im Rahmen des Wettbewerbverfahrens der EU-Kommission gegen Google. Der US-Konzern soll in seiner Suchmaschine unter anderem eigene Dienste bevorzugt und so den Wettbewerb verzerrt haben. Zuletzt sorgte auch eine Studie von ProPublica für Aufsehen. Demnach soll Amazon eigene Angebote gegenüber bevorzugen und so nicht immer den günstigsten Preis anzeigen.