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Cyber War
10/12/2010

Indische Regierung will sich mit eigenem Betriebssystem schützen

Die Regierung des Subkontinents scheint die Warnungen westlicher Geheimdienste ernstzunehmen und will ihre IT-Infrastruktur besser vor Angriffen schützen.

Nicht nur in den USA, sondern auch in Indien scheint man sich der Gefahr von verheerenden Hacker-Attacken bewusst zu sein. In jüngster Zeit kursierten immer wieder Berichte, denen zufolge Anschläge auf die indische IT-Infrastruktur geplant seien. Aus diesem Grund arbeitet Indien seit Monaten an einem eigenen Betriebssystem, das indische Computersysteme besser schützen soll.

Bereits im Februar wurde eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern aus dem Amt des Ministerpräsidenten, sowie aus den Ministerien für Verteidigung, Inneres und Telekommunikation, ins Leben gerufen. Mittlerweile sind 50 Informatiker in zwei Forschungszentren der Defence Research & Development Organisation (DRDO), dem indischen Sicherheitsdienst, damit beschäftigt, ein adäquates System zu entwickeln. "Ein eigenes Betriebssystem wird uns helfen, Hackerangriffe auf unsere Systeme zu verhindern", sagt Dr. V.K. Saraswat, wissenschaftlicher Berater des indischen Verteidigungsministeriums. Damit soll nicht zuletzt Datenspionage vorgebeugt werden.

Bereits in der Vergangenheit war Indien Opfer von Cyberspionage geworden. So etwa im April dieses Jahres, als es Hacker geschafft hatten, sich Zugang zu indischen Geheimdokumenten aus Regierungskreisen zu verschaffen. Die Hacker hatten sich bei ihrem Angriff das Web 2.0. und hierbei insbesondere diverse Cloud-basierte Social-Media-Dienste von Twitter bis zu Blogging-Diensten zu Nutze gemacht. Ein umfassender Schutz vor solchen Angriffen ist laut Saraswat nur mit einem hausgemachten Betriebssystem möglich. "Dann kontrollieren wir den Quellcode und das hilft uns, unsere Systeme abzusichern", so der DRDO-Generaldirektor. Die indische Regierung hat versichert, dass Computer, auf denen sich sensible Daten befinden oder solche, die mit besonders wichtigen Netzwerken verbunden sind, keinen Zugang zum Internet haben.

Bislang ist Indien von Betriebssystementwicklungen aus westlichen Nationen abhängig, was sich durch den Eigenbau ändern soll. An dem Projekt arbeiten DRDO-Forscher an den Standorten Bangalore und Neu Delhi in Zusammenarbeit mit indischen Universitäten und IT-Unternehmen. Das neue Betriebssystem soll sich für Indien schon allein dadurch lohnen, dass das Land selbst Entwicklung und Quellcode kontrolliert. Damit wäre die Systemarchitektur ausländischen Hackern unbekannt. Prinzipiell ist zudem denkbar, dass das System tatsächlich sicherer als Windows, OS X oder Linux gestaltet wird. Für den Desktop-Bereich haben beispielsweise polnische Sicherheitsexperten mit dem Konzept "Qubes OS" gezeigt, dass isolierte Prozesse in virtuellen Umgebungen ein probater Ansatz für mehr Sicherheit sind.

Die nach wie vor andauernde Verhandlung mit RIM bezüglich des Zugangs zu verschlüsselten BlackBerry E-Mails sind Teil der Bemühungen Indiens, besser gegen die neuen Sicherheitsbedrohungen gerüstet zu sein.

(Irene Olorode, Pressetext)

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