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EU-Studie
01/10/2012

Info-Mängel bei Online-Kreditangeboten

Anbieter von Krediten im Internet informieren ihre Kunden laut einer EU-Studie häufig schlecht. Die Namen der schwarzen Schafe veröffentlicht die EU-Kommission aber nicht. In Österreich erwiesen sich sechs von zehn Seiten als nicht gesetzeskonform.

Wer im Internet einen Kredit aufnehmen will, wird laut einer EU-Studie in zwei von drei Fällen schlecht informiert. Wichtige Angaben zur Höhe von Zinsen, Laufzeit und Kosten fehlten EU-weit häufig, sagte EU-Verbraucherkommissar John Dalli am Dienstag in Brüssel. Zum Schutz der Anbieter nannte die EU-Kommission keine Namen. Bei jedem fünften der getesteten Vermittler von Online-Krediten sei die Darstellung der Kosten irreführend gewesen. Die Werbung habe oft unrealistische Zinsen genannt.

Im Auftrag der EU-Kommission im Rahmen von "Sweep 2011" hatten die 27 EU-Länder, Norwegen und Island 562 Internetseiten für Verbraucherkredite untersucht, darunter 224 Banken. Neben Finanzinstituten waren auch Autohändler dabei. „Wenn Menschen sich nach einem Kredit umsehen, stellen sie manchmal fest, dass er viel teurer ist, als es zunächst den Anschein hatte“, sagte Dalli.

Aus der Studie gehe nicht hervor, ob die Anbieter ihre Kunden absichtlich täuschen wollten. "Diese EU-weite Aktion, die zusätzlich zu der sonstigen nationalen Marktüberwachung stattfindet, soll sämtlichen Unternehmern klar machen, dass auch bei Internetauftritten die Konsumentenschutzbestimmungen einzuhalten sind und in Abstimmung mit allen EU-Mitgliedstaaten entsprechende Kontrollen durchgeführt werden", betonte der österreichische Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer.

Österreich besser als EU-Schnitt
Das österreichische Ergebnis war ein wenig besser als der EU-Durchschnitt. Während die Verstöße in der gesamten EU bei 70 Prozent lagen, waren es in Österreich nur 60 Prozent. Von den sechs Banken (eine davon aus Deutschland - ohne Verstoß) gab es bei dreien Verstöße gegen die Richtlinien. Schlechter war das Ergebnis der Prüfung der Websites der Kreditvermittlungen: Alle drei Kreditvermittlungen wiesen Verstöße auf, insbesondere die Nichtangabe des effektiven Jahreszinses. Das gab das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, das die Untersuchung in Österreich durchgeführt hat, bekannt.

Schwarze Schafe unter den Kreditvermittlern müssen die fehlenden Informationen nun nachliefern. "Wenn sie ihre Angaben nicht korrigieren, können die jeweiligen Länder entsprechende Schritte einleiten", sagte Dalli. Das könnten Geldstrafen oder eine Schließung der Internetseiten sein. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen die Websites erneut geprüft werden.

Verträge bleiben gültig
Wer bereits einen unvorteilhaften Kredit abgeschlossen hat, profitiert von den Kontrollen allerdings nicht mehr. Dalli: "An der Gültigkeit bereits bestehender Verträge ändert sich nichts."

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