Von dem Betriebsgelände von SoCal Gas im Aliso Canyon aus kann man die Skyline von Los Angeles sehen

© AP/Javier Mendoza

Methan-Katastrophe
12/29/2015

Infrarotvideo zeigt riesiges Gasleck in Kalifornien

Nordwestlich von Los Angeles entweichen riesige Mengen Methan in die Luft. Das Verschließen des Gaslecks wird noch Monate dauern.

Das Gasleck im Aliso Canyon nordwestlich von Los Angeles wächst sich zur größten Naturkatastrophe seit dem Deepwater-Horizon-Ölaustritt im Jahr 2010 aus. Ein neues Video, das von der Umweltschutzorganisation Environmental Defense Fund veröffentlicht wurde, zeigt das Ausmaß des für Menschen unsichtbaren Gaslecks. Auf den Bildern einer Infrarotkamera sieht man eine riesige Methan-Säule, die aus dem Gaslager des Energieversorgers Southern California Gas austritt.

Problematisches Verschließen

Wann genau und wodurch das Gasleck aufgetreten ist, ist nicht bekannt. Wie Ars Technica berichtet, versucht das Unternehmen seit rund zwei Monaten, das Leck zu stopfen. Das austretende Gas stammt aus einem natürlichen Gasreservoir in knapp 2,5 Kilometer Tiefe. Da der Bohrschacht zu diesem Lager nicht verschlossen werden kann, wird nun ein zweiter Schacht gebohrt, durch den Material zum Schließen des Lecks in die Tiefe transportiert werden soll. Als Ziel dafür wird der Februar oder März 2016 angepeilt. Unterdessen wurden bereits erste Familien, die in einer Siedlung in der Nähe des Lecks leben, evakuiert.

Das aus dem Leck austretende Methan ist hochentzündlich und kann bei Menschen zu Kopfweh, Übelkeit und Nasenbluten führen. Zudem ist Methan ein gefährliches Treibhausgas. Täglich werden durch das Leck 1200 Tonnen davon in die Atmosphäre abgegeben.