© stephan boroviczeny

Vernetzt
03/21/2011

Intelligente Haussteuerung wird leistbar

Seit eineinhalb Jahrzehnten wird das Smart Home propagiert. Doch erst jetzt macht es dank Web, Tablets und Apps wirklich Sinn, sein Eigenheim mit Intelligenz auszustatten.

Die einen sind stolz darauf und zeigen Flat-TV, Blu-ray-Player und Media-Center beinahe demonstrativ her – nach dem Motto: „Ich habe die Größten und Besten“. Andere verstecken Hightech-Geräte in ausgeklügelten Phonomöbeln, Lautsprecher hinter Spezial-Paneelen, in der Decke oder lassen den Flat-TV aus einem unsichtbaren Versteck herausfahren. Die Hersteller von Medienmöbeln sind jedenfalls äußerst kreativ, um Hightech zu verstecken bzw. herkömmliche Möbelstücke in Hightech-Geräte umzubauen.

So haben etwa die Neuen Wiener Werkstätten einen TV-Hocker entwickelt, der im zugeklappten Zustand ein voll belastbarer Hocker ist und dessen Deckel ausgeklappt zum Flat-TV wird, den man in beide Richtungen je 180 Grad schwenken kann. Der 18.500 Euro teure TV-Hocker ist nur ein Highlight des 140 Quadratmeter großen und 500.000 Euro teuren „IQ-Apartments“ von löwenstein home comfort, das kürzlich in Wien eröffnet wurde. Hier wird gezeigt, mit welcher Intelligenz ein Heim ausgestattet werden kann.

Musterbeispiel für intelligentes Wohnen
Wer die intelligente Wohnung in der Nussdorfer Straße betritt, dem springt vor allem das Design ins Auge, ob nun bei der Beleuchtung, Ledertäfelungen, den Sitzmöbeln, der Küche oder den wenigen sichtbaren technischen Geräten, nämlich den kleinen Displays und Schaltern in der Wand. Nur mit Touchscreens – freilich spielt auch im IQ-Apartment das iPad eine nicht kleine Rolle – öffnet sich die Welt der Technik. Da gehen Sitzmöbel auf, dort öffnet sich eine Wand, um einen Flat-TV zu befreien, im Bad versteckt sich das Display hinter einem Spiegel und die Badewanne ist mit einem Wohlfühl-Temperatursensor ausgestattet. „Das Badewasser kann man per iPhone einlassen“, sagt Stephen Löwenstein, Chef von löwenstein home comfort. „Unsere Stärke ist, intelligentes Wohnen auf die Bedürfnisse eines Menschen zuzuschneiden.“ Denn nicht jeder braucht alles.

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Teil des Wohnens ist neben der Unterhaltungskomponente auch Sicherheit (Alarmanlage) und Hausautomation, also das Integrieren von Licht, Heizung, Klimatisierung und Sonnenschutz. Auch Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschine sind Teil des intelligenten Netzwerks und geben Bescheid, wenn sie fertig sind oder waschen dann, wenn der Strom am günstigsten ist. „Steuern lässt sich alles über Touchpanels, Tablets, über Computer oder Smartphones.“ Entweder per SMS oder via App, die selbst entwickelt wurde.

Deutliche Fortschritte
Das Smart Home wird seit geraumer Zeit propagiert, um die Jahrtausendwende war der Instabus (EIB) in Mode, die intelligente Datenleitung, mit der ein Haus vernetzt werden konnte. Doch vor eineinhalb Jahrzehnten waren die Lösungen noch teuer und auch die Möglichkeiten beschränkt. Es gab weder Smart Grid (intelligente Stromnetze) oder vernetztes TV, noch war Internet-Radio oder WLAN ein Massenmarkt, und Apps, mit denen man Geräte (fern-)steuern konnte, waren noch gar nicht erfunden. Ganz zu schweigen von halbwegs leistbaren Musikservern oder Multiroom-Systemen; Man musste sehr viel Geld haben, um sein Haus intelligent zu machen.

Günstig sind die Lösungen heute noch nicht, aber die Möglichkeiten sind gestiegen. Wer heute ein Haus mit IQ will, kann auf diverse Standards setzen, von KNX, LCN oder Crestron. Selbst Lösungen mit Netzwerk-Kabeln sind marktreif.

Wie teuer ist es, sein Haus, seine Wohnung intelligent zu machen? „Wie teuer ist ein Auto oder eine Webseite?“, sagt Stephen Löwenstein. „Es kommt darauf an, was man alles in welcher Detailtiefe und in welcher Darstellungsform automatisiert und visualisiert haben will.“ Um etwa TVs und Musik mit einem Paneel steuern zu können und ein Lichtsteuerungssystem auf 200 Quadratmetern zu implementieren, muss man mit etwa 40.000 Euro rechnen. Dies inkludiert einfaches Multiroomaudio und steuerbaren TV und Bluray. Je ausgefallener die Lösung, desto teurer wird der IQ.

Österreichische Alternative
Ein hohes Ziel hat sich das Mühlviertler Unternehmen Loxone gesteckt. „Wir wollen KNX-EIB (Instabus, Anm.) als Standard ablösen“, sagt Loxone-Geschäftsführer Martin Öller, der das Unternehmen 2009 gemeinsam mit Thomas Moser gegründet hat. „Unsere Lösung ist einfach, basiert auf einem Miniserver- und nicht auf einem Bus-Konzept.“

Herzstück ist ein kleines Kästchen (Miniserver), das einfach in den Schaltkasten installiert und die Verkabelung (sternförmig) verteilt und in dem die Intelligenz sitzt. Mit dieser kann von der Jalousie über das Licht bis zu Heizung alles gesteuert werden. Bedient wird das Loxone-System entweder mit einem iPad, iPhone oder einem x-beliebigen Smartphone. Die App, mit der man die Geräte und Systeme daheim steuern kann, ist kostenlos.

Die intelligente Grundausstattung (Jalousien, Licht, dimbares Licht, Heizkreise, Alarm) kostet für eine 100-Quadratmeter-Wohnung etwa 5300 Euro, ein 250-Quadratmeter-Heim kann laut Öller um etwa 7000 Euro auf intelligent getrimmt werden. „Aber das hängt freilich davon ab, wie viele Geräte man steuern will“, so Öller. „Alles was im LAN hängt, können wir steuern.“ 50 Loxone-Häuser gibt es in Österreich bereits, 200 heimische Elektro-Installateure wurden schon geschult. Bastler können sich auf der Webseite sowohl Schulungs- als auch Installationsunterlagen herunterladen.

 

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