© Cards against humanity/Screenshot

Digital Life
12/26/2015

Internet-Nutzer entscheiden über Schicksal von Picasso-Werk

Die Macher von "Cards against humanity" starten ein ungewöhnliches "soziales Experiment". 150.000 Menschen dürfen über das Schicksal eines echten Picasso-Werkes bestimmen.

Die Entwickler des Spiels „Cards against humanity“ haben sich eine ungewöhnliche Aktion zur Weihnachtszeit einfallen lassen. Im Rahmen der sogenannten „Eight sensible gifts for hannukah“ ließen sich 150.000 Menschen registrieren, die acht Tage in Folge ungewöhnliche Geschenke bekommen. Neben Socken und einer Jahresmitgliedschaft für einen US-Radiosender wurde nun am siebten Tag das wohl ungewöhnlichste „Geschenk“ enthüllt: Die Teilnehmer dürfen im Rahmen einer Online-Abstimmung über das Schicksal eines Picasso-Werkes entscheiden.

Zerschneiden oder stiften?

Dazu haben die Betreiber des Projektes den Picasso-Linolschnitt „Tête de Faune“ erworben, der rund 14.000 US-Dollar wert sein soll. Ab sofort können die Teilnehmer nun bestimmen, was mit dem Werk geschehen soll. Soll es dem Kunstinstitut von Chicago gestiftet werden oder möchte jeder Teilnehmer ein Stück haben? Sollte sich die Mehrheit für das Aufteilen entscheiden, wird das Kunstwerk mit einem Lasercutter in 150.000 Einzelteile zerlegt, die dann an jeden Teilnehmer geschickt werden - so könne jeder einen Teil eines echten Picassos besitzen.

Wer nun befürchtet, dass das Kunstwerk auf ewig zerstört werden könnte, muss sich nicht sorgen. Es wurden insgesamt 50 Stück des 1962 angefertigten Linolschnittes produziert. Das „soziale Experiment“ soll am 31. Dezember enden. Im Vorjahr setzte man auf eine ähnliche Aktion. Damals kaufte „Cards against humanity“ ein 23.000 Quadratmeter großes Grundstück und schenkte jedem der 250.000 Teilnehmer etwas weniger als 0,01 Quadratmeter (ein Quadratfuß).

71.000 Dollar für nichts

„Cards against humanity“ fiel bereits in der Vergangenheit durch ähnlich ungewöhnliche Aktionen auf. So wurde anlässlich des „Black Friday“, an dem traditionell weltweit Shops Artikel verbilligt anbieten, „Nichts“ für fünf US-Dollar pro Stück angeboten. Der Name war Programm, die Kunden bekamen tatsächlich nichts, mussten aber fünf US-Dollar bezahlen. Dabei kamen mehr als 71.000 US-Dollar zusammen, die man selbst ausgeben wolle - zum Großteil aber an wohltätige Organisationen.