Internet
10/15/2010

Internetkriminalität: Engere europaweite Zusammenarbeit nötig

Der SP-Abgeordnete Johann Maier fordert einen gerichtlichen Straftatbestand für Identitätsdiebstahl und -missbrauch.

Immer mehr Straftaten werden im und mit dem Internet begangen, "das Internet ist Tatmittel und Tatort zugleich", betonte SP-Abgeordneter Johann Maier bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Mit dem World Wide Web haben sich neue Kriminalitätsformen herausgebildet, auf die der Gesetzgeber noch keine Antwort kennt. "Wir wollen einen eigenen gerichtlichen Straftatbestand für Identitätsdiebstahl und -missbrauch", forderte Maier.

Dafür seien neue gesetzliche Regelungen notwendig. Außerdem forderte der Abgeordnete die Schaffung eines europäischen Zentrums für Internetkriminalität. Ermittlungen sollen dort zentral durchgeführt werden.

Internetkriminalität hat 2009 international und auch in Österreich zugenommen. Cyberkriminelle werden immer raffinierter und organisierter. Als größte Herausforderung nannte Maier identitätsbezogene Kriminalität, wo sich Fremde einer falschen Identität bedienen. Besonders gefährdet dafür seien User sozialer Netzwerke.

Aber auch die klassische Internetabzocke durch vermeintlich kostenlose Downloads sei immer noch im Steigen. Arbeiterkammer und Verein für Konsumenteninformation haben laut Angaben des SP-Abgeordneten im Jahr 2009 mehr als 52.437 derartiger Fälle bearbeitet, allein im ersten Halbjahr 2010 waren es bereits mehr als 31.582.

Gleichzeitig seien aber auch die User gefordert. Man müsse an die persönliche Verantwortung appellieren. "Wir brauchen eine IT-Informationspaket für User", sagte Maier und zitierte eine Untersuchung des IT-Sicherheitsunternehmens BitDefender, die zeigte, dass 75 Prozent der Nutzer sozialer Netzwerke für ihren Account das gleiche Passwort verwenden, wie für ihre E-Mail-Adresse.

Maier forderte eine umfassende Datenerhebung zur IT-Kriminalität in Österreich. Das deutsche Bundeskriminalamt veröffentliche laut dem Abgeordneten jährlich einen Cybercrime-Bericht, indem die Problemfelder dargelegt werden. In Österreich gebe es so etwas nicht. "Es gibt etwa keine umfassende Berichtslegung zu Betrugsfällen im Internet. Das ist der am stärksten wachsende Kriminalitätszweig in Österreich."

Gleichzeitig "benötigen wir ein nationales Internetkompetenzzentrum im Bundeskriminalamt", so Maier, außerdem solle eine zentrale Meldestelle für alle Formen der Internetkriminalität geschaffen werden. Denn: "Internetkriminalität erfordert rasches agieren".

(APA)

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