Digital-Life
27.05.2014

Iranisches Gericht lädt Facebook-Chef Zuckerberg vor

Ein konservatives Gericht im Iran hat Facebook -Chef Mark Zuckerberg einem Medienbericht zufolge wegen angeblicher Datenschutzverletzungen vorgeladen.

Gegen die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram seien Verfahren eingeleitet worden, weil sich Nutzer beschwert hätten, berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Ein Behördenvertreter erklärte, der „zionistische Chef“ von Facebook oder sein Anwalt müssten sich persönlich vor Gericht verantworten. Er spielte damit auf den jüdischen Hintergrund des US-Unternehmers an. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Zuckerberg tatsächlich vor Gericht erscheint.

Im Iran streiten Reformer und Hardliner über die Freiheiten im Netz. Während sie der gemäßigte Präsident Hassan Ruhani ausweiten will, dringt die konservative Justiz auf schärfere Kontrollen. Vor allem junge Iraner halten sich häufig im Netz auf, weil Kulturerzeugnisse aus dem Westen verboten sind. Soziale Netze wie Facebook oder Twitter werden häufig mit Hilfe von Filtern blockiert.

Facebook ist das größte soziale Netz der Welt und hat kürzlich den Kurznachrichtendienst WhatsApp gekauft, den viele Nutzer statt SMS-Botschaften verwenden. Instagram gehört bereits seit zwei Jahren dem Internetkonzern. Der Dienst wird oft verwendet, um von Smartphones Fotos und Videos hochzuladen und anderen Internetnutzern zu zeigen.