Digital Life
20.10.2014

Japaner für 3D-Drucker-Waffe zu 2 Jahren Haft verurteilt

Der 28-Jährige hatte insgesamt fünf Waffen hergestellt, die er zum Teil auch selbst entworfen hatte. Ein YouTube-Video rief die Ermittler auf den Plan.

Yoshitomo Imura, ein 28-jähriger Japaner, der zuvor am Shonan Institute of Technology tätig war, wurde am Montag zu zwei Jahren Haft verurteilt. Imura hatte fünf Waffen mit einem 3D-Drucker hergestellt. Ein YouTube-Video, in dem er beim Abfeuern der Waffen zu sehen ist, hatte die Behörden auf den Plan gerufen. Die Polizei beantragte im Mai eine Hausdurchsuchung und beschlagnahmte die Waffen. Zwei davon können laut den Staatsanwälten mit „tödlicher Munition“ geladen werden.

Designs online veröffentlicht

Imura hatte die Waffen mit einem günstigen 3D-Drucker, den er um 60.000 Yen (rund 440 Euro) gekauft hatte, hergestellt. Sein Anwalt argumentierte, er wusste nicht, dass der 3D-Druck von Waffen verboten sei. Zudem wurden Aluminiumplatten in den Lauf der Waffen gesteckt, sodass diese nicht mehr funktionsfähig waren. Für den Richter wog jedoch die Tatsache, dass Imura die Designs für die Waffen online veröffentlicht hatte, schwerer. Der Staatsanwalt forderte sogar eine höhere Strafe, er verlangte dreieinhalb Jahre Haft. Imura hat bislang noch nicht entschieden, ob er gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

In Japan gelten sehr strikte Waffengesetze, Schusswaffen sind kaum verbreitet. 2012 wurden lediglich 15 Personen mit Schusswaffen getötet, das entspricht 0,01 Morden pro 100.000 Einwohnern. In den USA gibt es jährlich 2,97 Morde mit Schusswaffen pro Jahr.