Digital Life
23.05.2013

Journalisten nach Google-Suche in Bredouille

Zwei US-Journalisten sind durch eine einfache Google-Suche an Datensätze zweier US-Internet-Provider über 170.000 Bürger gelangt. Die Provider wollen die beiden jetzt als "Hacker" vor Gericht stellen.

Bei den Datensätzen handelt es sich um Informationen über Teilnehmer an einem Wolfahrtsprogramm der US-Regierung, die eigentlich gar nicht langfristig gespeichert werden dürfen, wie der Spiegel berichtet. Die Provider haben die Daten bekommen, weil die betroffenen Personen Anrecht auf vergünstigte Mobilfunk-Konditionen haben.

Trotz des Speicherverbots sind die Datensätze der Provider TerraCom und YouTel auf einem öffentlich zugänglichen Server abgelegt worden. Zwei Journalisiten des US-Mediums Scripps News sind über eine Google-Suche auf die Informationen gestoßen und haben sich die Daten mit dem Download-Tool Wget heruntergeladen.

Das bezeichnen die Anwälte der beiden betroffenen Provider als "ausgeklügelte Hacker-Fertigkeiten" und kündigen in einem Schreiben rechtliche Schritte an. Dass den Journalisten tatsächlich Ungemach droht, ist aber nicht wahrscheinlich, da sie sich vor Gericht auf ihre Recherchetätigkeit berufen könnten.

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