Digital Life 27.11.2017

Kreisel mit Staatspreis Mobilität ausgezeichnet

Kreisel EVEX 910e Elektro-Sportwagen © Bild: Kreisel

Neben dem oberösterreichische Akku-Spezialisten konnten sich noch Projekte der TU Graz sowie des AIT durchsetzen. Auch die Grazer Plattform TIM wurde geehrt.

Am Montagabend wurde in Wien zum neunten Mal der Staatspreis Mobilität verliehen. Ausgezeichnet wurden Projekte, die einen Beitrag dazu leisten, Verkehr bequemer, sicherer und umweltfreundlicher zu machen. 78 Projekte wurden in vier Kategorien eingereicht und von einer Fachjury bewertet. Unter den Gewinnern finden sich Ideen und Innovationen aus den verschiedensten Bereichen.

Zu den Gewinnern zählt unter anderem der Kreisel Akku des Mühlviertler Unternehmens Kreisel Electric, der sich in der Kategorie „Wertschöpfung steigern. Märkte erschließen“ durchsetzen konnte. Mit der Technologie sollen Reichweite und Lebensdauer von Akkus erhöht und E-Fahrzeuge noch alltagstauglicher gemacht werden. Möglich wird das durch effizientes Thermomanagement sowie eine neuartige Anordnung der Zellen und deren Verbinden mittels Laserschweißen.

Wasserstoff als Energiespeicher

In der Kategorie „Forschen. Entwickeln. Neue Wege weisen“ ging das Projekt H2-Mobility als Sieger hervor, das von der TU Graz eingereicht wurde. Damit wurde bewiesen, dass Hochdruckwasserstoff als Energiespeicher dezentral und bedarfsorientiert hergestellt werden kann. Wasserstoff wird dabei bei 500 – 900°C in einem Kreisprozess von Oxidation und Reduktion einer eisenbasierten Kontaktmasse aus Wasserdampf und Synthesegasen hergestellt. Durch Modifizierung der Kontaktmasse konnte die Zyklenstabilität, und somit die Lebensdauer deutlich erhöht werden. Die Optimierung der Prozessführung führte zu einer Erhöhung des Systemwirkungsgrades. Die Synthesegase stammen hierbei aus verschiedenen, lokal verfügbaren, erneuerbaren Ressourcen, wodurch der gesamte Prozess klimaneutral ist.

In der Kategorie „Betreiben. Nutzen. Lernen“ setzte sich das Grazer Projekt TIM durch. Die Web-Plattform kombiniert Öffis mit anderen Fortbewegungsmitteln wie Fahrrad, Carsharing oder Taxi-Dienstleistungen. In Anspruch nehmen kann man die Dienste mit einer Karte (timCARD). Das Konzept kann auch auf andere Städte und Regionen übertragen werden.

Zukunftspreis

Erstmals wurde in diesem Jahr der Preis „Zukunftspotenzial entfalten“ vergeben. Er geht an die vom AIT Austrian Institute of Technology eingereichte Dissertation „SI-Anode für E-KfZ“. Um die Energiedichte und somit die Kapazität von derzeit üblichen Lithium Ionen Akkus deutlich zu erhöhen, wurde in dieser Dissertation die Verwendung von Silizium anstatt des bisher üblichen Grafit als Anodenmaterial untersucht. Durch Beschichtung der Elektroden, Erhöhung der Leitfähigkeit und Optimierung des Elektrolyten ist es gelungen, der Lösung dieses Problems einen Schritt näher zu kommen.

Bei der diesjährigen neunten Ausgabe des Staatspreises Mobilität gibt es für die Siegerinnen und Sieger neben dem Preis selbst noch einen speziellen Bonus: Sie bekommen die Gelegenheit, sich im Rahmen der Transport Research Arena (TRA), Europas größter Verkehrsforschungskonferenz, einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die TRA findet von 16. bis 19. April 2018 in Wien statt. Informationen zu allen Nominierten gibt es hier.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

( futurezone ) Erstellt am 27.11.2017