Digital Life
28.11.2018

Krypto-Miner sind größere Bedrohung als Ransomware

Die Anzahl bösartiger Krypto-Mining-Software ist 2018 um 83 Prozent gestiegen und löst Ransomware als größte Bedrohung ab.

Laut den Sicherheitsforschern von Kaspersky haben Krypto-Miner, die einen bösartigen Zweck verfolgen, 2018 rasant zugelegt. Über fünf Millionen Online-Attacken konnten alleine in den ersten drei Quartalen verzeichnet werden. Im Jahr davor waren es im gleichen Zeitraum 2,7 Millionen.

Laut Kaspersky Lab ist dieser Krypto-Goldrausch unter Cyberkriminellen insbesondere auf die Installation und Verwendung nicht lizensierter Software und Inhalte durch Nutzer zurückzuführen. Damit überflügeln schädliche Krypto-Miner sogar Ransomware, die Hauptbedrohung der vergangenen Jahre.

Kryptojacking

Der Vorgang selbst nennt sich Kryptojacking: "Krypto", weil Kryptogeld entsteht, "Jacking", weil die Rechner gekapert werden vom englischen Hijacking. Wenn in einem Computer Kryptogeld entsteht, wird das "Mining" genannt. Das Kryptogeld entsteht, indem hoch-komplexe mathematische Aufgaben gelöst werden. Ist eine Aufgabe geknackt, hat man einen Bitcoin auf der Festplatte – oder einen Monero, wie im Fall des Kryptojacking-Tools, das auf dem Router installiert worden ist.

Viele Nutzer wissen auch nicht, dass sie davon betroffen sind. Ein deutliches Indiz dafür ist etwa, dass Geräte langsamer sind als sonst. Doch es bestehen auch andere Gefahren, etwa die der Überhitzung, durch die Geräte auch permanent kaputt gehen können. Auf der Black Hat Konferenz haben Forscher von Symantec etwa ein Spiegelei auf einem infizierten Router gebraten, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Anzahl der Betroffenen steigt

Kaspersky warnt nun, dass die Anzahl der Internetnutzer, die Opfer bösartiger Krypto-Mining-Software wurden, im ersten Halbjahr 2018 kontinuierlich angestiegen sei. Die Experten von Kaspersky Lab haben den wirtschaftlichen Hintergrund dieses Krypto-Mining-Fiebers untersucht, um herauszufinden, was die globale Verbreitung dieser Bedrohung ausgelöst hat. Dafür analysierten sie Regularien, die Strompreise in den zehn am meisten von Krypto-Malware angegriffenen Ländern sowie die wichtigsten Infektionsvektoren verbreiteter Malware.

Die Untersuchung hat ergeben, dass hauptsächlich Geräte infiziert wurden, deren Besitzer illegal erworbener Software und nicht lizenzierte Inhalte installiert hatten. „Das Herunterladen und Installieren von zweifelhafter Software untermauert die wohl größte Cyberthreat-Geschichte des Jahres: schädliches Krypto-Mining“, stellt Evgeny Lopatin, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab, fest.