Digital Life
06.03.2018

Leihradanbieter will wegen neuer Regeln nicht nach Wien kommen

Die neuen Regeln der Stadt Wien für App-basierte Fahradverleiher ohne Stationen zeigen Wirkung.

Die Stadtverwaltung in Wien hat angekündigt, dass Leihfahrräder, die störend abgestellt wurden, künftig innerhalb von vier Stunden nach Meldung vom Betreiber eingesammelt werden müssen. Ansonsten drohen Geldstrafen von bis zu 700 Euro. Die neuen Regeln, die in zwei Monaten in Kraft treten sollen, zeigen bereits jetzt Wirkung. Wie der ORF berichtet, hat der Leihradanbieter Greenride-Bike angekündigt, seinen Markteintritt in Wien abzublasen.

Die strengeren Regeln in Wien sind eigentlich nur für Anbieter relevant, die ohne fixe Fahrradstationen auskommen. Bei diesen müssen die Bikes nicht bei Ende der Fahrt an einer Halterung fixiert werden. Das hat bei den beiden in Wien vertretenen Anbietern Ofo und Obike zu Problemen geführt. Deren Fahrräder wurden und werden von Spaßvögeln auf Grünflächen geschmissen oder in Flüssen versenkt. Zudem stellen ungünstig abgestellte Leihräder nicht selten eine Behinderung für Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer dar.

Das war auch der Grund dafür, dass sich die Stadt Wien zum Reagieren gezwungen sah. Die neuen Regeln sehen vor, dass Fahrräder, die nicht ordnungsgemäß abgestellt wurden, an Werktangen zwischen 6:00 und 18:00 innerhalb von vier Stunden entfernt werden müssen. Außerhalb dieser Zeiten haben die Anbieter 12 Stunden Zeit, ihre Drahtesel abzutransportieren. Zudem müssen die Räder mit einer Plakette versehen werden, die gut ersichtlich eine Möglichkeit angibt, die Räder im Problemfall zu melden. Ein Verleiher darf in Zukunft nicht mehr als 1500 Fahrräder im Einsatz haben. Die bestehenden Anbieter haben im Gespräch mit der futurezone betont, dass sie sich mit neuen Regeln arrangieren würden und bereit seien, mehr Personal einzusetzen.