Digital Life
01.10.2010

Like-Button gefällt zwei Millionen Webseiten

Seit seiner Präsentation Ende April ist der "Gefällt mir"-Knopf von Facebook auf zwei Millionen Webseiten eingebaut worden. Diese verzeichnen offiziellen Zahlen zufolge einen Zuwachs bei der Aktivität der Nutzer. Doch der kleine Daumen hat auch seine Schattenseiten.

"Gefällt mir" - seit einigen Monaten ist es möglich, Web-Inhalte mit der Facebook-Funktion zu bewerten. War das vorher nur auf den Facebook-Seiten möglich, um etwa Status-Updates, Fotos oder Kommentare anderer für gut zu befinden, hat sich das Daumen-Symbol mittlerweile im ganzen Netz verteilt. Facebooks CTO Bret Taylor hat auf der Web 2.0 Expo in New York bekannt gegeben, dass bereits zwei Millionen Webseiten das so genannte "Social Plugin" in ihre Layouts eingebaut haben.

Offiziellen Zahlen zufolge hat der "Gefällt mir"-Knopf einen entscheidenden Vorteil: Er sorgt offenbar für mehr Aktivität unter den Nutzern. ABC News etwa will um 190 Prozent mehr Zugriffe seit der Einbindung verzeichnen, bei Gawker.com, einer beliebten US-Seite für Prominenten-News sollen die Zugriffe sogar um 200 Prozent gestiegen sein. Auch die Sportseite NHL.com weiß von den Vorzügen des virtuellen Daumens zu berichten: Es wurden dadurch 92 Prozent mehr Artikel und 86 Prozent mehr Videos angesehen.

Tracking-Instrument

Technisch funktioniert er folgendermaßen: Sobald er gedrückt wird, wird das eigene Facebook-Profil mit der Facebook Page der anderen Webseite verknüpft. Ab dann bekommt man - ähnlich wie bei Twitter - die Status-Updates der jeweiligen Fremdwebseite regelmäßig im News Feed angezeigt. Außerdem sehen die Facebook-Kontakte, welche Web-Inhalte man empfiehlt - die Chance steigt, dass auch sie auf die entsprechende Webseite surfen.

Facebook weiß allerdings immer, ob und wann ein eingeloggtes Facebook-Mitglied eine Webseite mit Like-Button ansurft. Dafür sorgt die Kommunikation zwischen dem Facebook-Cookie, dem Online-Netzwerk und der fremden Webseite. Dadurch kann Facebook immer genauere Surf-Verläufe über Nutzer anlegen, je mehr Internet-Dienste das Daumen-Symbol verbauen. Wie lange diese Daten zum Nutzungsverhalten gespeichert werden, gibt die Firma aus Palo Alto aber nicht bekannt.

Neue Foto-Funktionen

Um auch die Aktivität bei Facebook selbst zu erhöhen, hat das Online-Netzwerk seinen Foto-Funktionen einige wesentliche Upgrades verpasst: Digitale Bilder können nun in Druckqualität hochgeladen und angesehen werden. Zudem soll ein neuer "Viewer" für eine schönere Darstellung der Aufnahmen sorgen. Auch bei der Tagging-Funktion und dem Uploader sollen Verbesserungen vorgenommen worden sein.

Fotos sind für Facebook ein wichtiges Mittel zum Erfolg. Nicht umsonst spricht man mittlerweile von der "Facebook-Trance", in die viele Nutzer verfallen, wenn sie sich durch dutzende Fotoalben anderer klicken - zum Vorteil der Betreiber. Denn je länger die Mitglieder auf den Seiten verweilen, desto mehr Gelegenheit gibt es, Werbung einzublenden.

(Jakob Steinschaden)