Digital Life
11.03.2011

Limewire: Gericht deckelt Schadenersatz

Ein US-Bundesgericht hat die möglichen Schadenersatzforderungen von US-Tonträgerkonzernen an den P2P-Software-Anbieter Limewire auf 1,5 Milliarden Dollar begrenzt.

Das Gericht wies einen Antrag der Labels zurück, in dem eine Entschädigung für jeden einzelnen Urheberrechtsverstoß jedes Limewire-Nutzers gefordert wurde. Statt der Forderung der Labels nachzugeben, die zu Billionen-Dollar an möglichen Schadenersatzzahlungen geführt hätten, sprach das Gericht den Klägern eine Entschädigung pro betroffenem Werk zu.

Milliardensumme

Die dem P2P-Software-Anbieter drohenden Schadenersatzzahlungen könnten dennoch beträchtliche Ausmaße annehmen. Das Gericht steckte den möglichen Rahmen für Entschädigungszahlungen mit 750 bis 150.000 Dollar pro Song ab.

Da Limewire die Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen an rund 10.000 Songs vorgeworfen wird, könnten sich die möglichen Schadenersatzzahlungen auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar belaufen.

"Das wäre ein absurdes Resultat"
Hätte das Gericht den Forderungen der Labels nachgegeben, wären Schadenersatzzahlungen in einer Höhe möglich gewesen, die den Gesamtumsatz der Tonträgerindustrie seit der Erfindungen des Phonographen im Jahr 1877 durch Thomas Edison überstiegen hätten, hieß es in einer Stellungnahme des Gerichts: "Das wäre ein absurdes Resultat."

Limewire hatte im vergangenen Herbst einen jahrelangen Rechtsstreit mit Labels und Musikverlagen verloren und wurde für schuldig befunden, Urheberrechtsverletzungen begünstigt zu haben. Ein US-Gericht ordnete im Oktober den Vertriebsstopp der Filesharing-Software an. Vergangene Woche erzielte Limewire einen Vergleich mit 30 Musikverlagen. Der Schadenersatzprozess des P2P-Software-Anbieters mit 13 Tonträgerunternehmen ist für 2. Mai anberaumt.

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