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Datenschutz Linzer Apotheke installiert Gesichtsscanner für Werbung.

Foto: Screenshot
Zwei österreichische Apotheken haben Gesichtsscanner installiert, die an die Kunden angepasste Werbung anzeigen sollen.

Die Linzer Schutzengel-Apotheke hat einen Gesichtsscanner der Firma Bayer installiert, der auf Alter und Geschlecht der Kunden angepasste Werbung anzeigt. Darauf machte ORF-Journalist Patrick Gruska per Tweet aufmerksam.

 

Eine Mitarbeiterin der Apotheke erklärt auf Anfrage der futurezone, dass über eine Kamera Geschlecht und Altersspanne der Kunden erfasst und auf einem großen Display passende Werbung angezeigt wird: „Ein älterer Kunde bekommt dann vielleicht Werbung für Supradyn 50+ zu sehen.“

Anonyme Erhebung

Auf Nachfrage erklärt Daniela Winnicki von Bayer, dass das System derzeit in zwei österreichischen Apotheken getestet werde: "Mittels eines Gesichtsscan wird ausschließlich das (ungefähre) Alter und das Geschlecht - zum Zweck der Einblendung zielgruppenrelevanter Werbung auf einem Display - erhoben. Die Erkennungs-Algorithmen laufen lokal und arbeiten in Echtzeit. Bilder bleiben nicht gespeichert und werden keinesfalls weitergegeben. Auch erfolgt keine Verknüpfung mit weiteren Daten – auch nicht, wenn der Kunde in der Folge Produkte kauft. Aus den erfassten Daten wird in Sekundenbruchteilen ein sogenannter „Hash-Wert“ generiert, bei dem keinerlei Personenbezug mehr vorliegt. Die Bilder werden sofort nach dieser Verarbeitung gelöscht und es besteht keine Möglichkeit, die Person zu identifizieren".

Laut der Schutzengel-Apotheke habe man den Gesichtsscanner erst am Mittwochmachmittag erhalten. Bislang hätten sich noch keine Kunden über die Installation beschwert. Laut Bayer wurde die Technologie auf datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit geprüft und mit dem ePrivacy-Siegel zertifiziert.

Vor allem in USA und Großbritannien im Einsatz

In Großbritannien setzen vor allem Modegeschäfte auf derartige Technologien, hierzulande sind Gesichtsscanner noch eher selten. Ursprünglich wurde Gesichtserkennung in Geschäften eingesetzt, um wiederkehrende Ladendiebe schneller zu erkennen, mittlerweile werden damit neben demografischen Daten auch Besucherströme und Aufmerksamkeitsspannen aufgezeichnet.

In einigen Hotels werden Prominente und zahlungskräftige Kunden mit Gesichtsscannern schneller erkannt. Ein Reddit-Nutzer ertappte zudem vor einigen Monaten eine Pizzeria in Oslo, die gezielt Männern Angebote für Pizza und Frauen Werbung für Salat anzeigte.

(futurezone) Erstellt am 23.11.2017, 13:19

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