Digital Life
14.06.2016

Mediatheken werden im Sommer seltener genutzt

Dass verpasste Sendungen nachträglich angesehen werden, weil Menschen bei gutem Wetter lieber draußen unterwegs waren, stimmt laut Medienbeobachtern nicht.

Im Sommer gibt es keinen Run auf die Mediatheken der Fernsehsender. Das sagte Matthias Wagner, Vorsitzender der Technischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) mit Sitz in Frankfurt, der Deutschen Presse-Agentur. Im Gegenteil, die Mediatheken würden sogar weniger genutzt als im Winter. Zwar seien im Hochsommer viele abends bei gutem Wetter noch unterwegs und schalteten deshalb seltener den Fernseher ein. Den Effekt, dass dafür umso mehr Sendungen nachträglich in den Mediatheken geguckt würden, gebe es aber nicht.

Das zeige beispielsweise auch die Nutzung der ZDF-Mediathek, wie ein Sprecher des Senders in Mainz bestätigte. In den Sommermonaten sei sie tendenziell geringer. 2015 lag sie in den Monaten von Juni bis August um zehn Prozent unter dem Jahresdurchschnitt. Die Nutzerzahlen seien im Januar und November am höchsten gewesen - den Monaten der Terroranschläge in Paris - und im März, dem Monat des Germanwings-Absturzes. Deutliche Ausschläge nach oben gebe es erfahrungsgemäß auch bei sportlichen Großereignissen wie der Fußball-EM in Frankreich oder den Olympischen Sommerspielen in Brasilien. Für die kommenden Wochen dürften die Nutzerzahlen deshalb nach oben schnellen.