Digital Life
06/20/2013

Mozilla will weitere Anti-Tracking-Maßnahmen

Der Softwarehersteller plant seinen Firefox-Browser gegen den Widerstand der Werbeindustrie mit Technologien zur Einschränkung von Tracking-Cookies auszustatten.

Viele Firmen versehen die Browser von Besuchern ihrer Webseiten mit Cookies, die es erlauben, die Bewegung der User im Netz über lange Zeit zu verfolgen. Teilweise werden diese kleinen Programme aber auch von Firmen in die Browser eingeschleust, deren Seiten ein User gar nicht absichtlich besucht. Apples Safari-Browser blockt solche Drittpartei-Cookies standardmäßig.

Auch Mozilla will das Tracking von Internetnutzern, die mit dem Firefox surfen, weiter erschweren und spezialisierte Datensammeler zu besserem Benehmen zwingen, wie die Firma am Mittwoch bekanntgab. Mozilla arbeitet an einer intelligenten Lösung, die Cookies von Seiten, die ein User regelmäßig besucht, etwa soziale Netzwerke oder beliebte Einkaufs-Portale, erlaubt, berichtet die Washington Post. Auch Drittanbieter sollen in Ausnahmefällen Cookies setzen dürfen.

Hartnäckige Cookies
Cookies, die das Surf-Verhalten auch nach Verlassen der Seite, von der sie gesetzt wurden, aufzeichnen, sollen außerdem in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Das beträfe auch vielbesuchte Seiten wie Facebook. Mozilla arbeitet derzeit an den nötigen Werkzeugen, wird aber wohl noch einige Monate brauchen, bis die Technologie einsatzfähig ist. Ein Datum für die breitflächige Auslieferung gibt es noch nicht. Durch ihre ausdrückliche Zustimmung sollen User auch in Zukunft alle gewünschten Cookies akzeptieren können.

Die Werbeindustrie ist ob der Pläne Mozillas nicht besonders erpicht. Randall Rothenberg, Präsident des Interactive Advertising Bureau in den USA, hofft darauf, Mozilla noch von seinen Vorhaben abbringen zu können, wie er gegenüber der Washington Post sagt. Durch die Abschaffung von Tracking würde der Online-Handel gefährdet, was vor allem kleinere Anbieter träfe, so Rothenberg weiter. Es gehe um Milliarden von Dollar und zehntausende Arbeitsplätze.

Mozilla hofft, sich durch das Vorantreiben der Anti-Tracking-Bemühungen von Konkurrenzanbietern abheben zu können. Unterstützung erhält das Unternehmen von Datenschutz-Aktivisten.

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