Karlheinz Brandenburg, Erfinder des MP3-Formats.

© Fraunhofer Institut

Auszeichnung
04/09/2014

MP3-Erfinder Brandenburg Teil der "Internet Hall of Fame"

Der deutsche Miterfinder des MP3-Formats, Karlheinz Brandenburg, ist in die „Internet Hall of Fame“ aufgenommen worden.

Die Internet Society habe den 59-Jährigen in Hongkong als einen der Wegbereiter des Internets ausgezeichnet, teilte das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) am Mittwoch mit. Brandenburg habe mit seiner maßgeblichen Rolle bei der Entwicklung des MP3-Standards außerordentlich zur Entwicklung und Verbreitung des Internets beigetragen, hieß es zur Begründung. Mit der Auszeichnung steht er nun unter anderem in einer Reihe mit dem Linux-Erfinder Linus Torvalds und dem Gründervater des World Wide Webs, Tim Berners-Lee. 2014 wurden insgesamt 24 Männer und Frauen aus 13 Ländern in den Zirkel aufgenommen.

MP3-Format erfunden

Brandenburg ist Leiter des Ilmenauer IDMT. Anfang der 1990er-Jahre hatten er und sein Team am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen das Format MP3. Mit ihm ließen sich Musikdaten auf rund ein Zehntel der CD-Größe verkleinern. Nachdem die Software im Netz in Umlauf geriet, gab dies der Verbreitung von Musik über das Internet einen gewaltigen Schub. Eine folge war zugleich die Ausbreitung der Musik-Piraterie. Die Internet Society setzt sich für die Weiterentwicklung der Internet-Infrastruktur und offenen Zugang zu Wissen im Netz ein. Seit 2012 vergibt sie die Auszeichnung.

Die futurezone sprach mit dem deutschen Elektrotechniker im Jahr 2011. Damals sagte Brandenburg: "Die MP3 wird noch in 15 Jahren wichtig sein". Im futurezone-Interview sprach er offen über einen Qualitätsvergleich von mp3 mit der Audio-CD und dem Nachfolgeformat AAC, sowie über die Versäumnisse der Musikindustrie und die Filesharing-Problematik (hier nachlesen).