Digital Life
10.06.2011

Nächste Facebook-Party steigt in Ahrensburg

Jugendlicher will 18. Geburtstag mit 20.000 Menschen feiern

Nach der aus dem Ruder gelaufenen Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa in Hamburg droht nun auch im deutschen Ahrensburg eine Facebook-Party. Laut Medienberichten hat ein Jugendlicher zu seinem 18. Geburtstag am Freitag im Internet 20.000 Menschen auf die Schlosswiese in Ahrensburg in Schleswig-Holstein eingeladen. Auf den jungen Deutschen kommen wohl Rechtsprobleme zu.

Die Stadt rechne mit 1.500 bis 5.000 Teilnehmern und bereite sich zusammen mit Polizei, der Schlossverwaltung und den Rettungsdiensten auf die Party vor, sagte Stadtsprecherin Birgit Reuter. In Ahrensburg findet am Pfingstwochenende ein Stadtfest mit rund 40.000 Besuchern statt.

Die Polizei sieht der Facebook-Party gelassen entgegen. „Aufgeregtheit hilft nicht weiter. Wir gehen davon aus, dass der überwiegende Teil der Gäste friedlich feiern wird“, sagte der Chef der Ahrensburger Polizei, Rolf Meyer, am Donnerstag. Dennoch bereite sich die Polizei in Abstimmung mit der Ordnungsbehörde der Stadt auch auf mögliche Zwischenfälle vor und habe zusätzliche Einsatzkräfte angefordert. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden, wollte Meyer nicht sagen.

Unter falschem Namen
Der junge Mann, der zu der Riesenparty eingeladen hat, hat wohl Ärger vorhergesehen. Er verbreitete laut Medienberichten die Einladung unter falschem Namen und erklärte darin, dass er keine Haftung übernehmen werde. Für Bürgermeister Michael Sarach macht er sich die Sache damit zu einfach. Kein Veranstalter könne mit einer solchen Erklärung Haftungsansprüche der Stadt gegen sich ausschließen, erklärte der Verwaltungschef.

Stadtsprecherin Reuter sagte: „Wir haben bereits erste Hinweise auf die Person des Veranlassers dieser Massenparty und werden ihm die Kosten für die Sicherungs- und Vollstreckungsmaßnahmen in Rechnung stellen.“ Außerdem drohten ihm Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, unerlaubter Straßensondernutzung und Beeinträchtigung des Straßenverkehrs, sagte sie.

Kein Einzelfall
Immer wieder sorgen über das Internet initiierte Massenpartys für Aufregung. Im Juni 2009 lud ein damals 26-Jähriger aus Schleswig im Internet zu einer Strandparty auf Sylt ein. Rund 5.000 junge Menschen kamen und feierten, dabei kam es zu Alkoholexzessen und Schlägereien. Weil sich der Initiator weigerte, die Kosten von rund 40.000 Euro zu tragen, kam es zum Prozess. Am vergangenen Wochenende strömten rund 1.600 „Gäste“ nach Hamburg-Bramfeld, nachdem die 16-Jährige Thessa aus Versehen eine Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier bei Facebook veröffentlicht hatte.

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